Outdoor grillen ohne Schadstoffe ist nicht schwer, wenn einige Regeln befolgt werden: Gut ein Drittel der Deutschen grillt mindestens einmal pro Monat und am liebsten in geselliger Runde.

Schon die Neandertaler frönten in vollen Zügen dem Outdoor grillen und dies nicht nur während des Sommers. Allerdings ließen unsere Vorfahren dabei eine gewisse Naivität walten, wussten sie noch nicht, was heute bekannt ist. Blauäugig hielten sie ihre Fleischspieße ins Feuer, über Holzkohle oder heiße Asche. Der Duft des Grillguts dürfte Outdoor grillen ohne Schadstoffeauch ihnen in der Nase gekitzelt haben und ließ ihnen sicherlich das Wasser im Munde zusammen laufen. Gesünder wäre es jedoch gewesen, ein paar wichtige Regeln einzuhalten.

Die schmälern den Spaß beim Outdoor grillen keineswegs. Sie minimieren aber die Gefahr, die von giftigen und Krebs erregenden Stoffen wie polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (Benzopyren) ausgeht. Diese Schadstoffe entstehen, wenn das Fett des vor sich hin brutzelnden, knusprigen Koteletts auf die Glut tropft und dann Rauch und Ruß aufsteigen. Sie und Ihre Gäste atmen sie dann ein und essen sie mit dem Grillgut – wenig appetitlich. Lassen Sie sich dadurch aber nicht vom sommerlichen Outdoor grillen abhalten. Denn werden einige Tipps beherzigt, ist das Grillen eine der gesündesten Garmethoden, die es gibt.

Das passende Grillgerät

Grundvoraussetzung für eine gelungene Grillparty ist das richtige Grillgerät. Egal ob Holzkohlen-, Gas- oder Elektrovariante – der Grill sollte in jedem Fall stabil sein und sich durch eine hohe Standfestigkeit auszeichnen. Wer einen tollen Grill und passendes Zubehör gewinnen möchte, sollt sich ganz schnell an unserem Gewinnspiel beteiligen.

Für Elektrogrills spricht z. B. deren kurze Aufheizzeit. Es gibt keine Asche und die Rauchentwicklung ist deutlich geringer. Die Gefahr, die beim Anzünden eines klassischen Holzkohlengrills stets gegeben ist, entfällt.

Dennoch ist die zuletzt genannte Variante in den Augen vieler Grillmeister die „authentischste”. Wird ein Modell verwendet, bei dem sich die Hitzequelle nicht unter, sondern hinter oder neben dem Grillgut (Vertikalgrill) befindet, lässt sich das Gesundheitsrisiko ebenfalls minimieren, da sich herabtropfendes Fett nicht entzünden kann und der Schadstoffentwicklung somit vorgebeugt wird.

Grundsätzlich sollte das Fleisch erst aufgelegt werden, wenn weder Flammen noch Rauch sichtbar sind, die Holzkohle also richtig durchgeglüht ist. Es sollten ausschließlich Holzkohle oder Holzkohlenbriketts verfeuert werden. Pappe oder Altholz sind nicht geeignet. Ein höhenverstellbarer Rost und eine Windschutzvorrichtung, durch die sich der Funkenflug vermindern lässt, sind für jedes Grillgerät unabdingbar. Der Abstand zwischen Rost und Hitzequelle sollte stets groß genug sein, um ein Anbrennen des Grillguts zu vermeiden. Entstehen doch einmal schwarze Stellen, sollten diese nach Möglichkeit nicht mitgegessen werden.

Gesundes outdoor Grillen ohne Schadstoffe

Werden die aufgeführten Spielregeln zum Outdoor grillen beachtet, überzeugen Rind-, Lamm-, Schweine- oder Geflügelfleisch vom heißen Rost nicht nur geschmacklich, sondern haben sogar gesundheitliche Vorzüge gegenüber Fleischgerichten, die auf andere Weise gegart werden. Durch den raschen Temperaturanstieg auf bis zu 300°C schließt sich die Oberfläche des Grillguts sehr schnell. Gleichzeitig bleiben die Temperaturen im Inneren relativ niedrig. Wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß werden so eingeschlossen und bleiben weit gehend erhalten.

Zudem liefert Gegrilltes wichtige Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Selen. Ernährungsexperten empfehlen seinen Verzehr schon auf Grund des niedrigen Fettgehalts. Im Gegensatz zu anderen Garmethoden wird zum Grillen ohne Schadstoff keinerlei Bratfett benötigt.

Zu Beginn des Grillprozesses tritt sogar noch einiges des im Fleisch enthaltenen Fetts aus. Wer Wert auf eine schlanke Linie legt, dem seien magere Stücke von Rind, Schwein, Kalb oder Lamm empfohlen. Besonders fettarm sind Filet, Lende, Schnitzel und Kotelett aber auch Geflügelfleisch wie Hühnchen oder Pute.

Die Grillstars

Outdoor grillen ohne SchadstoffeGenerell eignet sich fast jedes Fleisch zum Outdoor Grillen ohne Schadstoffe. Ob Grillspieße, saftige Spareribs, knusprige Hähnchenschenkel oder auch Fisch – die Vielfalt dessen, was auf den Rost kann, ist groß. Eine Ausnahme stellt gepökeltes Fleisch dar, da sich das in diesem enthaltene Nitropökelsalz durch die Hitze in gesundheitsschädigende Nitrosamine verändert.

Das beliebteste Grillgut der Deutschen ist nach wie vor die Bratwurst. Egal ob grob oder fein, klein oder groß, dick, dünn oder gerollt – keine andere Grillspezialität lässt sich so schnell und leicht zubereiten wie eine herzhafte Wurst.

Damit sie beim Grillen nicht so schnell aufplatzt, bietet es sich an, sie vorher leicht einzukerben. Schweinswürstchen sollten vor dem Grillen kurz mit heißem Wasser überbrüht und leicht eingeölt werden. Für alle Würstchensorten gilt: niemals bei voller Hitze garen.

Ein weiterer Klassiker auf dem Rost ist das Steak. T-Bone-Steaks, Hüft- oder Lendensteaks – beim Outdoor grillen dürfen die saftigen Fleischstücke nicht fehlen.

Tipps zum Outdoor grillen ohne Schadstoffe

  •  Nur Holzkohle oder Holzkohlenbriketts verwenden – kein Altholz oder Pappe.
  • Genügend Abstand zwischen Rost und Kohle einhalten.
  • Mageres Fleisch lässt nicht so viel Fett in die Glut tropfen. Zu mager sollte es jedoch auch nicht sein, da es beim Garen sonst schnell zu trocken wird.
  • Gepökeltes Fleisch ist nicht zum Grillen geeignet.
  • Fleisch erst auflegen, wenn die Kohle gut durchgeglüht ist und nicht mehr qualmt.
  • Marinaden am besten über Nacht einwirken lassen. Mariniertes Fleisch vor dem Auflegen jedoch gut mit Küchenpapier abtupfen, damit kein Fett in die Glut tropft.
  • Der Garzustand von dunklem Fleisch lässt sich leicht durch eine Druckprobe mit einem Löffel feststellen. Lässt sich das Fleisch leicht eindrücken und „federt nach”, ist es innen noch blutig („rare”). Fühlt es sich elastisch an, ist es innen rosig, also „medium”. Durchgegart („well done”) ist es, wenn es gar nicht mehr nachgibt. Häufig ist es dann jedoch ein wenig trocken.
  • Geflügel ist gut durch, wenn es bei Löffeldruck nicht mehr nachfedert.
  • Schwarze, leicht angebrannte Stellen sollten nicht verzehrt werden.

Grilltipps vom Sternekoch finden Sie, lieber Leser, hier das perfekte Steak dank Reverse Grillen und hier den Barbecue-Knigge von Holger Stromberg.

Fotos: Grandhall / Fotolia_69339799_flairimages
Text: Redaktion G&R