Lesend reisen oder reisen und lesen, diese Frage stellt sich zu Hause nicht, aber unsere Lektüre für Fernweh bringt Vorfreude auf das nächste Reisen.

Namibia Hautnah

Bücvher fürs Fernweh2020 – für die Autorin ein Jahr vollpersönlicher und geschäftlicher Verluste. Um dem schicksalhaften Jahr einen positiven Abschluss zu geben, macht sich Sonja Piontek gemeinsam mit ihrer befreundeten Fotografin Carolyn Strover zu einem unvergesslichen Offroad Abenteuer durch Namibia auf. In dem hieraus entstandenen Buch Sonnengeflüster nimmt Sonja den Leser mit auf eine bewegende Reise in die überwältigende Weite Namibias, ans nächtliche Lagerfeuer der San, zu langen Bush Walks mit den Medizinmännern, zum gemeinsamen, fröhlichen Kochen mit den Frauen im Himba Kraal, auf Wanderung mit einem Bergzebra, in die älteste Wüste der Welt genauso wie in den goldenen Sonnenuntergang im Bush.

Das Buch ist weit mehr als nur ein abenteuerlicher Reisebericht. Es ist ein tiefer Einblick in eine andere Welt, ein Zeugnis berührender Begegnungen sowie wahrlich unvergesslicher Momente. 30 Inspirationen eröffnen dem Leser mit tiefen, zeitlosen Wahrheiten eine völlig neue Sichtweise auf das Leben, die Herausforderungen des Alltags und darauf, wie einfach „glücklichsein“ eigentlich ist. Dokumentiert mit ansprechenden Fotos von Carolyn Strover. Mit einem Vorwort von Wüstenlegende Michael Martin.
S. Piontek: Sonnengeflüster. National Geographic Verlag, 224 Seiten, 24,99 €.

Reise ins Universum

Lektüre für FernwehOb Stonehenge, die Tempel  Babylons oder ägyptische Göttermythen: Die frühen Zivilisationen versuchten alle, die Geheimnisse des Himmels zu entschlüsseln. Seit dem spektakulären Fund der Himmelsscheibe wissen wir, dass auch in Mitteleuropa vor fast viertausend Jahren eine Kultur blühte, die nach den Sternen griff.
Die Himmelsscheibe von Nebra ist ein Schlüsselfund der Archäologie. In ihrer einzigartigen Schönheit erschließt sie bisher unbekannte Sphären des Altertums. Harald Meller und Kai Michel begeben sich in ihrem neuen Buch „Griff nach den Sternen“ auf eine Reise in jene sagenhaften Welten, die sich in Bronze und Gold der Scheibe eingeschrieben haben.
Sie rekonstruieren auf der Grundlage neuester archäologischer Forschung die erstaunlichen Verbindungen, die von den frühen Hochkulturen bis in die Welt der Himmelsscheibe reichten. Woher stammte das auf der Himmelsscheibe fixierte Wissen und wie gelangte es nach Nebra? Bildgewaltig und anhand jüngster Erkenntnisse der Archäologie beleuchtet das Buch diese Fragen.

Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zeigt seit 4. Juni 2021 bis zum 9. Januar 2022 die große Landesausstellung über “Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte”.
H. Meller, K. Michel: Griff nach den Sternen. Propyläen, 272 Seiten, 39,- €.

Eine Einladung an die Côte d’Azur

Lektüre für FernwehZwischen Luxus und Legenden: Wie die Welt den Charme der südfranzösischen Küste entdeckte.
Unbestrittener Mittelpunkt von Juan-les-Pins ist der Carrefour de la Joie, eine Straßenkreuzung, an der sich mit dem “le Crystal” und dem “Pam Pam” zwei Bars der 1920er und 1930er Jahre bis heute gehalten haben.
Über dem in der Nähe gelegenen Pinienwald, der dem Seeband Juan-les-Pins den Namen gab, thront seit 44 Jahren die verlassene Ruine des ehemaligen Luxushotels “Le Provençal”. Hier logierten einst Gäste wie Winston Churchill, Lilian Harvey, Charlie Chaplin und Miles Davis; galt es doch zu seiner Eröffnung 1927 als die modernste und aufregendste Herberge der Côte d’Azur.

Lutz Hachmeister folgt den Spuren von Edith Piaf, Charlie Chaplin und F. Scott Fitzgerald. Er beschreibt in seinem außergewöhnlichen Buch das Schicksal des ehemaligen Luxushotels “Le Provençal” und zeichnet dabei den Aufstieg Juan-les-Pins zu einem einzigartigen Ort ausschweifenden Vergnügens nach. Auf dieser farbenprächtigen Tour de Force erweckt Hachmeister die Geister der intellektuellen und künstlerischen Prominenz, aber auch viele zwielichtige Gestalten wieder zum Leben.

Das Buch ist eine faszinierende Kulturgeschichte und zugleich eine Einladung zu einer Reise an die Côte d’Azur für alle, die ihrem anhaltenden Zauber aus Glamour, Verruchtheit und Exzentrik selbst nachspüren wollen. Und es verzaubert mit jeder Zeile.
Lutz Hachmeister: Hôtel Provençal. Eine Geschichte der Côte d’Azur. Bertelsmann Verlag, 240 Seiten, 22,- €

111 geheimnisvolle und vergessene Orte in Hamburg

Lektüre für FernwehHamburg hat den Michel. Jetzt die Elbphilharmonie, Kathedrale für Konzerte. Sie hat den Blick der Welt auf die Hansestadt geschärft. Trotz Nein zu Olympia ist Hamburg rasant auf dem Weg zur internationalen Metropole. Im Stadtteil Hammerbrook entsteht Hammerbrooklyn. Dieser digitale Campus soll Brücken bauen zwischen Gegenwart und Zukunft in der Stadt, die mehr Brücken hat als Amsterdam und Venedig zusammen.

Hanseatische Tradition und Moderne konkurrieren. Widersprüche, aus denen Inspiration entsteht. Sie suchen Anworten auf die Fragen, wo Senioren im Schaufenster parken? Oder warum mann auf eine Berg Giftmüll klettern soll? Hamburg überrascht, und hier sind die Geschichten, die noch keiner erzählt hat. Eine Stadt braucht Leben, sonst wird sie zur Kulisse. Hamburg lebt. Und wie!
Jochen Reiss: 111 Orte in Hamburg die man gesehen haben muss. Emons Verlag, 240 Seiten, 16,95 €.

Malerisch, magisch, mystisch

Der Alentejo ist Portugals letzte geheime Region und wellt sich sanft hügelig ab Lissabon gen Süden. Sie schmiegt sich zwischen die wild raue Atlantikküste und die spanische Extremadura.
Das Land ohne Schatten, nennen die Einheimischen ihre Heimat südlich des Tejo. Sie ist touristisch ganz und gar unterschätzt. Gut so! So gehören die liebliche Landschaft mit ihren Korkeichen, all die mittelalterlichen Ritterbastionen in nostalgischen Kleinstädten und abgelegene Fischerenklaven den Kennern.

Von der Zeit vergessene Burgdörfer finden nur behaglich Reisende auf Fährtensuche. Flüsternde Megalithen? Königliche Schlafgemächer? Ja, oder dorthin, wo die Erde aufreißt und Neunaugen laichen Unvergessliche Momente mit Brauchtum und herzlichen Menschen sind inbegriffen.

Autorin und Insiderin Catrin George Ponciano bietet in diesem Reise-Lese-Buch jede Menge Anregungen und Vorschläge für spannende Streifzüge durch die Region. Man möchte am liebsten gleich losstarten…

Catrin George Ponciano: 111 Orte im Alentejo, die man gesehen haben muss. Emons Verlag, 240 Seiten, 16,95 €

 

Vorheriger ArtikelGeeistes Zitronensabayon mit Erdbeeren © Alfons Schuhbeck
Nächster ArtikelMit Rösle Farbe bekennen und Helfen!