Blumenkohl und Kieferntriebe – von Sasu Laukkonen

Blumenkohl und Kieferntriebe

Kräuter-Exkurs Kieferntriebe

Der Einsatz der Kieferntriebe in der Spitzenküche ist sicherlich eine Rarität, passt aber herrvorragend zum Konzept der „Neuen nordischen Küche„, dem sich Sasu Laukkonen verpflichtet fühlt.

Die Kieferntriebe, die in Nordeuropa verbreiteter sind, ähneln in ihrer Heilkraft der von Fichtentrieben oder Maiwipferln, wie sie in Österreich und Süddeutschland heißen.

Sammeln im Frühling

Wer im Frühling selber losziehen möchte, um im Wald die jungen Triebe der Nadelbäume zu sammelen, sollte diese nach der Ernte kurz zu waschen, denn oft befinden sich allerlei Kleintiere in den Nadeln.

Da die jungen Fichten- und Kieferntriebe nur kurze Zeit im Frühjahr frisch genug sind, um sie in der Küche verwerten zu können, ist es möglich sie tiefgekühlt das ganze Jahr über zu nützen. Nach sehr kurzer Zeit schmecken die Kieferntriebe nicht mehr gut.

Vorsicht allerdings vor Verwechslungen beim Sammeln: Die Kieferntriebe ähneln den giftigen Zweigen der Eibe. Wer sich also nicht 100 % sicher ist, besucht lieber erst einmal einen Kräuterkurs.

Wirksames Heilmittel

Die heilenden und nervenstärkenden Eigenschaften der Kieferntriebe kommen in der Naturheilkunde in Auszügen in Sirup und Honig, zum Inhalieren, in Tees, und natürlich als Badezusatz und Tinkturen zum Einsatz. Die antibakterielle und schweißtreibende Wirkung der frischen, grünen Triebe entfaltet sich sehr gut in Tee, Sirup oder Honig. Hier gibt es ein Rezept für einen Hustensaft. Aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts der Pflanzenteile lohnt sich auch eine Teekur bei Frühjahrsmüdigkeit, Husten oder Erkältungskrankheiten.

Schleimlösend und antibakteriell

3 Ästchen oder 1 TL kleingeschnittene Nadeln ergeben eine Tasse Tee: Die Triebe werden mit den Spitzen nach unten in die Tasse gesteckt und mit heißem Wasser aufgegossen. Alternativ die geschnittenen Nadelstückchen übergießen und nach fünf Minuten entfernen. Bei Bedarf süßen und den übrigens auch beruhigenden Tee dreimal täglich genießen.
Die  ätherischen Öle der Fichte und Kiefer sind zudem schleimlösend. Sie eignen sich wunderbar zum Inhalieren bei Bronchitis, verstopfter Nase & Co.

Foto: Laukkonen

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Blumenkohl und Kieferntriebe
Anleitungen
  1. Die größten Blätter des Blumenkohls entfernen. Die Blätter können, gekocht oder gebraten, als Salat genossen werden.
  2. Den Blumenkohl so unten abschneiden, dass er aufrecht auf einer geraden Oberfläche stehen bleibt.
  3. Butter bzw. Öl in einem kleineren Topf (rund um den Blumenkohl sollten noch 3 cm Platz sein) erwärmen und den Blumenkohl hineinstellen.
  4. Wenn er etwas Farbe bekommt und ein wenig karamellisiert ist, den Weißwein und das Wasser hinzugeben. Dann die Kieferntriebe rundherum verteilen.
  5. Eine Prise Salz dazugeben und den Topf mit Alufolie abdecken.
  6. Die Temperatur auf mittlere Hitze herunterschalten und den Blumenkohl 18-28 Minuten kochen ohne ihn zu berühren.
  7. Die Alufolie entfernen und den Blumenkohl vorsichtig herausnehmen.
  8. Nochmals salzen und sofort im eigenen Saft servieren.