Lea Linster ist Luxemburgs Sterneköchin. Seit 1989 ist die Autodidaktin die erste, und bis heute einzige Frau, die den „Bocuse d’Or“ gewonnen hat.

Lea LinsterKaum weiter als 30 km südlich von Luxemburg-Stadt entfernt, liegt das Restaurant von Léa Linster in der lieblichen luxemburgischen Landschaft. Sie, die mit „Lea Linster Cuisinière“ und dem „Kaschthaus“ zwei Restaurants in Luxemburg führt, ist Autodidaktin und unumstritten die „Königin des guten Geschmacks“. Wer einmal bei Lea Linster zu Gast war, weiß, wie gut im Luxemburger Örtchen Frisange gekocht wird. Ihr „Herd steht im Schlafzimmer“ und ihre Crème brulée ist legendär.

 

Gastronomie à la Lea Linster

Lea Linster wurde Mitte der 1950er Jahre quasi in die Gastronomie hineingeboren: Ihr Vater betrieb ein Gasthaus mit Tankstelle, Kegelbahn und Café, in der Nähe der Hauptstadt Luxemburg. Zwar gelang es dem Vater, Lea seine Kochleidenschaft zu „vererben“, doch wählte sie nach dem Abitur zunächst das Studium der Rechtswissenschaften. Erst als der Vater starb, entschied sich Linster den heimischen Herd zu übernehmen. Sie konzentrierte sich auf das Kulinarische und verwandelte das Gasthaus Schritt für Schritt zum Gourmet-Tempel. Nur fünf Jahre nach der Übernahme bekam sie ihren ersten Stern im Guide Michelin.

Lea Linster

Seit 1989 ist Lea Linster die erste, und bis heute einzige Frau, die den „Bocuse d’Or“ gewonnen hat – die höchste, internationale Auszeichnung für Köche. Der gleiche Paul Bocuse, der einst postulierte, Frauen gehörten ins Schlafzimmer und nicht in die Küche, der bezeichnet sie dann als „die Königin des Geschmacks“.

In den letzten Jahren veröffentliche Lea Linster mehrere Kochbücher und verfasste kulinarische Kolumnen für Frauenzeitschriften.

Lea Linster kocht schlicht, aber raffiniert und verbindet klassische Zutaten mit modernen Aromen wie Zitronengras oder Ingwer. Sie liebt den unverfälschten und reinen Geschmack. In der Auswahl ihrer Zutaten setzt sie auf Qualität. Ihre Gerichte sind nicht übertrieben und doch werden sie von ihr mit einer der magischsten Zutaten gewürzt: mit Liebe und Leidenschaft.

Wie denn die Luxemburger Küche sei? „Sie ist bodenständig, wie es sie bei den Bauern gab, aber verfeinert durch den französischen Einschlag. Sie ähnelt der Küche in Lothringen und im Elsass: viel Fleisch, Kartoffeln und Gemüse aus der Region, alles, was der Boden her gibt“, erklärt sie. Essen soll glücklich machen, so ihr Anspruch. Ihr aktuelles Kochbuch heißt „Einfach fantastisch!“

Auch Johann Lafer ist ein Botschafter des Geschmacks. Mehr aus der Sterneküche.

Fotos und Text: Dr. Michael Polster

Foto oben: Marc Theis