Vor einiger Zeit haben wir bereits aus dem Baskenland berichtet. Das unverwechselbares Ambiente rund um die Märkte ist hier ein besonderes Erlebnis. Und genussvolle Erlebnisse gibt es im Baskenland fast an „jeder Ecke“. Die kulinarischen Top-Ten unserer Recherchen stellen wir Ihnen hier vor.

Das Baskenland, ein kulinarisches VergnügenDas Baskenland, ein kulinarisches VergnügenDas Baskenland, ein kulinarisches VergnügenMarktbesuche sind ein Muß

Die Basken kaufen gern Produkte, die der Saison entsprechen: den ersten Idiazabal-Käse, das Obst und Gemüse der Saison, Perretxikos und Pilze im Herbst und weiße Bohnen für den Winter.

Hier offenbart sich dem Besucher die authentischste Seite des Landes. Nicht nur aufgrund des farbenfrohen Angebots, das sich vor seinen Augen ausbreitet, sondern auch weil sich oft Gelegenheit zu einem gemütlichen Schwätzchen mit den Baserritarras (Bauern) bietet.

Märkte und Produktschauen stellen so den direkten Kontakt zwischen Herstellern und Verbrauchern her.

Das gesamte Jahr über finden kulinarische Veranstaltungen statt, etwa die berühmten Märkte Santo Tomás in den drei baskischen Hauptstädten oder der Viehmarkt in Agurain. Beachtenswert sind auch der Kartoffelmarkt in Valdegovía-Gaubea, die Feria de Santiago in Vitoria-Gasteiz, der Tag des Gernika-Paprikas, der Bauernmarkt in Balmaseda oder „Tolosa Goxua“: die Süßspeisenmesse von Tolosa.

Das Baskenland, ein kulinarisches VergnügenIn Donostia/San Sebastián insbesondere hervorzuheben sind: La Bretxa, El Antiguo und San Martín. Ohne natürlich Gipuzkoa zu vergessen, wo in Ordizia mittwochs die Referenzpreise für das übrige Gebiet festgelegt werden, sowie Tolosa, wo man samstags hervorragende Bohnen und Blutwurst erhält.

Nach dem Guiness-Buch der Rekorde ist La Ribera in Bilbao der größte städtische Großmarkt und der ausgedehnteste überdachte Markt Europas.

Im Zentrum von Vitoria-Gasteiz beeindruckt der Plaza de Abastos seit einer halben Ewigkeit mit seinem geschäftigen Treiben. Samstags wird hier im Freien rund um den Platz eine Auswahl an Obst, Gemüse und Käse präsentiert.

Unserem Bericht über 48 Stunden in Vitoria-Gasteiz können Sie morgen lesen. Und wenn Sie eines unserer exklusiven Rezepte von Elena Arzak vom Restaurante Arzak in San Sebastian ausprobieren wollen, dann schauen Sie doch in unser Rezeptarchiv. Der Besuch bei ihr war unser absolutes Highlight im Baskenland. Denn Elena Arzak ist seit Jahren eine der wenigen Köchinnen mit Drei Sternen im Guide Michelin.

Das Baskenland, ein kulinarisches VergnügenDem Apfelwein, dem Käse, der Txistorra, dem Bonito, der Sardelle und Makrele sind ebenso wie dem Txakoli eigene Produktschauen und Markttage in Astigarraga, Ordizia, Orio, Hondarribia, Zarautz oder Bermeo gewidmet.

Baskenland. Kulinarische Top Ten
Hier wird Talo gebacken.

Unser kleiner Kulinarischer Kalender führt durchs Jahr – für die Planung Ihrer Reise. So verpasst man nichts oder kann sich im Vorfeld schon darauf freuen.

Januar: Tag des Txakoli in Getaria

März: Schinken- und Wurstmarkt in Sopuerta, Präsentation der Txakoli-Ernte in Bakio

April: Artzai Eguna (Tag des Hirten) in Ordizia, Tag der Makrele in Mutriku, Woche des Pintxo und der Weine aus Rioja Alavesa in Vitoria-Gasteiz, Tag des Txakoli in Aia

Mai: Antxoa Eguna (Tag der Sardelle) in Ondarroa, Fest des Honigs aus Montaña Alavesa in Antoñana, Sagardo Eguna (Tag des Apfelweins) in Usurbil, Txakoli Eguna in Amurrio, Fischereimesse in Bermeo

Baskenland: Kulinarische Top-TenJuni: Woche des Pintxo und der Weine aus Vitoria-Gasteiz in Vitoria-Gasteiz, Pintxos-Wettbewerb in Elgoibar, Gastronomische Tage in Debagoiena

Juli: Tag der Paprika in Gernika, Salzmesse in Añana, Fest der Brasse in Orio, Tag der Sardine in Santurtzi

August: Artzai Eguna (Tag des Hirten) in Araia

September: Artzai Eguna (Tag des Hirten) in Amurrio, Artzai Eguna (Tag des Hirten) in Legazpia, Weinlesefest in Rioja Alavesa, Sagar Uzta (Apfelernte) in Astigarraga, Sagardo Eguna (Tag des Apfelweins) in San Sebastián, Tag des Txakoli in Zarautz, Tag der Krake in Zumaia, Idiazabal-Käsewettbewerb in Ordizia

Oktober: Pintxos-Meisterschaft „Euskal Herria“ in Hondarribia. Algusto, saber y sabor in Bilbao, Messe der Roten Bohnen aus Álava in Pobes, San Sebastián Gastronomika, Meeresfrüchtemesse in Zierbena, Viehmesse in Agurain, Gastronomische Tage des Txipiron in Lekeitio, Gastronomische Tage in Debagoiena, Tolosa Goxua Sü.speisenmesse in Tolosa, Käsewettbewerb „Ordizia Txapeldun“ in Ordizia

November: San Martín-Markt in Santa Cruz de Campezo, Woche der Bohne in Tolosa, Woche der „Küche im Kleinformat“ in Vitoria-Gasteiz

Dezember: San Martín-Markt in Zumarraga, Steakmesse in Tolosa, San Tomás-Markt in San Sebastián und Bilbao, Weihnachtliche Landwirtschaftsmesse in Vitoria-Gasteiz, Woche der Cazuelita in Vitoria-Gasteiz, Ardoaraba (Wein) in Vitoria-Gasteiz.

Natürlich haben auch die Menschen der Region ihren Stempel aufgedrückt. Architekten wie Mazières, Calatrava, Aspiazu, Gehry oder Marino, um nur einige wenige zu nennen, haben eindrucksvolle Bauwerke und Weinkellereien geschaffen …

Doch die höhlenartigen „Calados“ genannten Kellereien sowie die familiären Bodegas in Laguardia, Lapuebla de Labarca, Leza oder Navaridas beeindrucken den Besucher ebenso, auch wenn sie auf keinen berühmten Schöpfer verweisen können.

Baskenland. Kulinarische Top TenDie Region Rioja Alavesa haben im Laufe der Geschichte hunderte Völker auf ihrem Weg vom Mittelmeer zum Kantabrischen Meer durchquert. Diese tausendjährige Kultur hat vielfältige Spuren hinterlassen.

Die Region arbeitet übrigens auch daran, alte Olivenhaine neu zu kultivieren. In Moreda und Lanciego gibt es zwei hübsche Ölpressen zu sehen, und in Barriobusto kann man das Ölmuseum besichtigen.

Empfehlenswert dort sind die animierten Führungen durch das Centro Temático del Vino Villa-Lucía, z.B. die 4D-Projektion „Im Land der Träume“ mit zahlreichen sinnlichen Eindrücken.

Dolmen, Weingärten, Olivenbäume, architektonische Wunder, Nekropolen, Kapellen, Brücken, Pfade, Weinkeller und Winzereien setzen sich zu einem bunten Mosaik zusammen.

Baskenland. Kulinarische Top TenWein als Leidenschaft

Zum guten Essen darf ein guter Wein natürlich nicht fehlen: Es mag eine offensichtliche Tatsache sein, dass der Wein den wirtschaftlichen Motor von Rioja Alavesa darstellt, doch nur wenige wissen, wie weit zurück der Ruf der hiesigen Tropfen reicht.

Obwohl Rioja erst seit 1991 als D.O.C. Klassifiziert ist, wurde bereits 1787 die Königliche Gesellschaft der Winzer gegründet, um den Anbau von Weinreben zu fördern und zur Entwicklung und Verbesserung der Weine beizutragen.

Wer sich für die Welt des spanischen Weines interessiert, weiß, dass die wichtigsten von der Regulierungsbehörde zugelassenen Rebsorten für Rotweine Tempranillo, Garnacha, Graciano, Mazuelo und Maturana Tinta, und für Weißweine Viura, Malvasía, Garnacha Blanca, Tempranillo Blanco, Maturana Blanca, Turruntés, Chardonnay, Sauvignon Blanc sowie Verdejo sind. 79 % der in Rioja Alavesa produzierten Weine werden mit der Sorte Tempranillo hergestellt.

Es ist immer ein interessantes Erlebnis, eine Weinkellerei zu besichtigen und in die Weinkultur einzutauchen – ganz besonders, wenn es sich dabei um einen Landstrich handelt, dessen Qualitätsweine internationale Anerkennung genießen.

Baskenland. Kulinarische Top TenTxakoli

Nicht jeder baskische Wein stammt aus Rioja Alavesa. Die Regionen Getaria, Costa de Bizkaia, Gernika-Lumo und Aiara-Ayala in Araba/Álava stellen den „anderen“ baskischen Wein her, der durch eine Herkunftsbezeichnung geschützt ist: Txakoli.

Wer diese andere Seite kennenlernen will, ist eingeladen, sich seine Herstellung anzuschauen und anschließend eine Flasche zu entkorken.

Der meist weiße, doch auch als Rot- und Roséwein hergestellte, charaktervolle Txakoli erfreut sich bei Kennern weltweit wachsender Beliebtheit.

Er wird aus den Rebsorten Hondarribia txuri, Hondarribia beltz und Munemahatsa produziert. Jedes Gebiet bietet seine eigene Weintourismus-Route an.

Das Baskenland, ein kulinarisches VergnügenRioja Alavesa

Die Region Rioja Alavesa liegt zwischen dem ruhigen linken Ufer des Flusses Ebro und den hohen Ausläufern der Sierra de Cantabria auf über 1000 m Höhe.

Diese spektakuläre Landschaft zwingt die Einheimischen dazu, ihre Weingärten auf Terrassen und an sanften Hängen anzulegen, deren ton- und kalkhaltige Böden den Trauben einen ganz besonderen Charakter verleihen. Crianza- Weine werden mindestens ein Jahr im Eichenfass und ein Jahr in der Flasche gereift.

Reserva-Weine reifen mindestens ein Jahr im Eichenfass und zwei Jahre in der Flasche.

Die Weine aus Rioja Alavesa tragen ebenso wie jene aus Rioja Baja und Rioja Alta die klassifizierte Herkunftsbezeichnung Rioja.

An die 13.000 Hektar bedecken die Weingärten insgesamt. Aus ihren Früchten werden einige hervorragende Crianza und Reserva-Weine sowie „Vinos de año“ (Jahresweine) hergestellt. Die Weinlese findet im September statt.

Baskenland. Kulinarische Top TenUnsere kulinarischen Top Ten im Baskenland

1. Ein Restaurant mit glitzernden Sternen: Denn das Angebot an Sterne-Restaurants ist umwerfend.

2. Eine Pintxos-Tour um Leckereien im Miniaturformat zu genießen und sich dabei köstlich zu unterhalten.

3. Gut gekühlter Txakoli zu köstlichem Fisch oder Meeresfrüchten im Hafen oder Caserío – so wie frisch wie es irgend geht.

4. Nehmen Sie bei Ihrer Rückreise jede Menge Geheimnisse der guten Küche mit nach Hause, die Sie bei einem Gastronomie-Workshop oder -Wettbewerb aufgeschnappt haben. Sie werden das würzigste „Pil-pil“ aller um den Tisch versammelten Saucen zu bieten haben!

5. Ein Mahl in der Apfelweinstube mit Kabeljau und kurzgebratenen Steaks lediglich unterbrochen vom Ruf des Txotx!, der ans „Kupela“ (Fass) ruft, um den Apfelwein zu verkosten.

6. Besuch eines traditionellen Marktes und ein Schwatz mit den Bauern und Bäuerinnen, die mit Leib und Seele das Beste ihres Landes offerieren.

7. Ein guter Rioja Alavesa: Zwischen Stadtmauern oder in Dörfern bieten unzählige Weinkellereien Gelegenheit, köstliche Tropfen zu probieren.

8. Traditionelle Süßspeisen sind ein tolles Geschenk zum mit nach Hause zu nehmen.

9. Frischer Fisch mit dem Label „freskue“.

10. Tradition: Speisen wie bei Muttern in hunderten Familienrestaurants

Mehr über das Baskenland finden Sie hier.

 

Text: Redaktion genießen&reisen
Fotos: Dr. Michael Polster / Basquetour S.A.