Genießen Sie alle ein schönes Weihnachtsfest! Auch wenn dieses Jahr vieles anders ist, Weihnachten ist in Deutschland eines der wichtigsten Feste im Jahr. Geprägt von Brauchtum, erfüllt von Lichterglanz, Ruhe und Harmonie. Im Kreis der Familie gehen wir vielen kleinen und großen Traditionen nach. Nach unserer Weihnachts-Weltreise sind wir zu Hause angekommen…

Weihnachten in DeutschlandAdventskranz

Er hat uns jetzt 4 Wochen lange begleitet und hat heute “ausgedient”. Der Adventskranz wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im evangelisch geprägten Norddeutschland eingeführt. Mit seinen vier nacheinander anzuzündenden Kerzen sollte er den Kindern die Wartezeit bis Weihnachten verkürzen – heute wird er in vielen Ländern der Welt verwendet.

Braunlage: vorweihnachtliche Kaffeetafel

Im Winter herrscht Hochbetrieb in niedersächsischen Küchen: überall wird fleißig gebacken. Eichsfelder Weihnachtsstollen aus dem Südosten des Landes sind ein Muss für die vorweihnachtliche Kaffeetafel und können auch schon eine Weile vor Heiligabend vorbereitet und genossen werden. Das traditionsreiche Gebäck wird mit seinen diversen Gewürzen und Früchten zu einer wahren Geschmacksexplosion: Orange trifft Marzipan, trifft Rosine und Kardamom, abgerundet mit einem Schuss Rum und eingebettet in einen lockeren Hefeteig! Wem bereits das Wasser im Munde zusammenläuft, der sollte sich fürs nächste Jahr eine Unterkunft im Harz buchen, um das Traditionsgebäck in besonderem Ambiente zu genießen. In den Ferienwohnungen von StrandBerg können die besonders ehrgeizigen Gäste sogar in der perfekt ausgestatteten Küche selbst den Kochlöffel schwingen, und dabei den Blick auf die Harzer Natur genießen.

Lebkuchen-Plaetzchen mit Eierlikoerfrosting 1Fichtelgebirge: Regionale Würze

Lebkuchenbratwürste, Fisch im Lebkuchenteig oder Wildschweinburger mit Lebkuchenchutney. Wenn vom 27. bis zum 29. November 2020 im Fichtelgebirge der Rehauer Lebkuchenmarkt stattfindet, kredenzen eine Vielzahl namhafter regionaler Lebkuchenbäckereien und Manufakturen ihre Kreationen. Likör, Glühwein und Stollen gibt es natürlich auch – aber alles nur in Verbindung mit dem würzigen Weihnachtsgebäck. Der Titel „1. Deutscher Lebkuchenmarkt“ wäre gar nicht so falsch, denn dieser besondere Markt existiert einzig in der oberfränkischen Kleinstadt und nur hier kommen die verschiedenen Hersteller zusammen. Der Lebkuchen gilt als wichtiger Bestandteil der regionalen Backkultur und ist Teil der kulinarischen Weihnachtstraditionen des Fichtelgebirges. Versuchen Sie doch mal unsere Lebkuchenplätzchen mit Eierlikörfrosting.

Weihnachten in DeutschlandFranken: das Reiterle kommt

In Rothenburg ob der Tauber warten Besucher nicht etwa auf Christkind oder Weihnachtsmann. Der Reiterlesmarkt in der mittelfränkischen Altstadt hat einen anderen Hauptdarsteller: das Reiterle. Die sagenhafte Gestalt, der Namensgeber des traditionellen Weihnachtsmarktes, ist eine im Volksglauben früherer Zeiten verbreitete Gestalt der Rauhnächte, jener Nächte um den Jahreswechsel. Furcht und Liebe brachte ihm das Volk entgegen, denn er strafte schlechte Taten und schuf zugleich Abhilfe bei Leid, Krankheit und Hunger. Der Reiterlesmarkt blickt auf 500 Jahre gelebte Tradition zurück; eines hat sich jedoch über die Jahrhunderte deutlich geändert: Heute gilt das einst wilde, furchteinflößende und unheimliche Reiterle als gutmütig, freundlich und spendabel und der düstere Teil der Sage rückt insbesondere in der Adventszeit in weite Ferne.

Frankenwald: Pfeffern für ein glückliches Jahr

Wer im Frankenwald zum Jahreswechsel einem Pfefferer mit seiner Pfeffergertn begegnet, dem winkt im neuen Jahr Glück im Überfluss. Bei einem der ältesten Bräuche des Frankenwaldes, kommen mit der Pfeffergertn frisch geschnittene Tannen-, Weiden- oder Haselnusszweige zum Einsatz. Gepfeffert, also symbolisch geschlagen, werden damit bevorzugt die Damen, wenn zum Beispiel in Neufang und Birnbaum die Pfefferer von Haus zu Haus ziehen, um Glück zu wünschen und das Böse zu vertreiben.

Bereits seit dem 18. Jahrhundert wird im Frankenwald die Rute für das Gute geschwungen. Schon damals war man davon überzeugt, dass sich beim Pfeffern Kraft, Gesundheit, Glück und sogar Fruchtbarkeit auf den Gepfefferten übertragen. Gleichzeitig soll alles Schlechte mit einem ordentlichen Rutenschwung verbannt werden. Damit das neue Jahr sowohl für den Pfefferer als auch für den Gepfefferten gut beginnt, wagen die Damen des Hauses in der Regel ein Tänzchen mit dem Glücksboten, der anschließend seinen Pfefferlohn erhält. Früher gab es einen Pfefferschnaps oder einen Pfefferkuchen, heute reicht man auch gerne eine kleine fränkische Brotzeit und ein paar Geldstücke.

Weihnachten in DeutschlandQuempas-Singen

Bei diesem alten deutschen Brauch werden drei lateinische Weihnachtslieder gesungen (u.a. „Quem pastores laudavere“) – und zwar früher meist am Weihnachtsmorgen. Mittlerweile findet das Quempas-Singen öfter an einem Samstagabend oder Sonntagmorgen in der späten Adventszeit statt.

Weihnachten in DeutschlandThüringen: Geburtsstadt des gläsernen Christbaumschmucks

Lauscha, das ist eine Kleinstadt am südlichen Rennsteig. Vor allem aber ist es der Geburtsort der Christbaumkugel. Der Legende nach konnten sich die Glasbläser von Lauscha keine Nüsse oder Äpfel leisten, um ihre Christbäume zu dekorieren. Und so stellte einer von ihnen gläserne Kopien der Früchte her.

Schriftlich belegt ist der Christbaumschmuck erstmals für das Jahr 1847. Doch es dauerte noch 20 Jahre, bis die technischen Voraussetzungen für eine Massenproduktion geschaffen waren, um große und dünnwandige Kugeln zu blasen. Schützenhilfe erhielten die Thüringer aus den USA: Um 1880 erfuhr F. W. Woolworth von den gläsernen Kostbarkeiten und verkaufte sie für stolze 25 Dollar in seinem Laden in Pennsylvania. Um 1900, als Woolworth schon eine Kaufhauskette war, hatten die funkelnden Kugeln, Engel, Weihnachtsmänner, Sterne und 5.000 anderen Glasvariationen bereits die Welt erobert. Das Museum für Glaskunst Lauscha dokumentiert diese erfolgreiche Episode der Regionalgeschichte.

Weihnachten in DeutschlandAuf den ersten Blick keine Gemeinsamkeiten haben. Wie zum Beispiel eine Gurke und Weihnachten. Aber wenn man dann genauer hinschaut, erkennt man die Verbindung. Denn es ist schon lange Tradition, eine Gurke als Christbaumschmuck an den Weihnachtsbaum zu hängen. Durch ihre grüne Farbe ist sie nicht ganz so leicht zu entdecken. Wer sie aber als erster findet, ohne den Baum zu berühren, bekommt das erste Geschenk. Schon um 1900 soll im thüringischen Lauscha die erste Weihnachtsgurke geblasen worden sein, die „Urgurke“, sozusagen. Noch heute wird sie nach alter Tradition und in echter Handarbeit  hierhergestellt.

Weihnachten in DeutschlandWeihnachtsbaum

Der geschmückte Baum, den man sich im Winter ins Haus holt, kommt historisch in vielen Kulturen vor. Sogar die alten Römer kannten diesen Brauch, ehrten damit im Mithras-Kult den Sonnengott. Auch in nördlicheren Gegenden holten sich die Menschen Tannen ins Haus, das sollte böse Geister abwehren.

Einer Thüringerin ist es zu verdanken, dass der Weihnachtsbaum in der ganzen Welt berühmt wurde. Adelheid von Sachsen-Meiningen (1792-1849), sieben Jahre lang Königin von England, importierte zur Freude ihrer zahlreichen Nichten und Neffen den deutschen Christbaum nach Großbritannien. Ihr ist zu verdanken, dass der Weihnachtsbaum in der ganzen Welt berühmt wurde. Aufgewachsen ist Adelheid im Schloss Elisabethenburg in der Theaterstadt Meiningen. Im Meininger Schloss Elisabethenburg ist ihr zu Ehren das Blaue Cabinet als Memorialstätte eingerichtet worden.

In unserem Archiv finden Sie noch viele Weihnachtsthemen, etwa über den Pflaumentoffel, oder köstliche Plätzchen

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