Himmelhochjauchzend und tiefbetrübt hängen seit mehr als einem Jahr eng zusammen bei Julia Komp. Ende Oktober wurde die Spitzenköchin vom Schlemmer Atlas als Köchin des Jahres ausgezeichnet. Nur wenige Tage später musste sie mit dem erneuten Corona Lockdown ihr neues Restaurant Lokschuppen in Köln-Mülheim schließen.

Die jüngste jemals in Deutschland mit einem Michelinstern ausgezeichnete Köchin hatte sich Ende 2018 von ihrer Wirkungsstätte auf Schloss Loersfeld verabschiedet, um die Welt zu sehen und sich inspirieren zu lassen.

Zurück in Deutschland wollte sie bereits im Frühling 2020 mit einer großen Party mit befreundeten Sterneköchen, Winzern und Foodproduzenten die Eröffnung des Lokschuppens feiern. Nebenan sollte zusätzlich ein kleines-feines Gourmetrestaurant mit Sterneambitionen entstehen. Doch dann kam mit der Corona-Pandemie alles anders.

Flexible Optimistin: Julia Komp und ihr Lokschuppen und Anker 7Sich neu zu motivieren und umzudenken, liegt der jungen Frau. Die 14 Monate als weltreisende Köchin waren eine Art Trainingslager, meint Komp: “Heute in Äthiopien, nächste Woche auf den Malediven oder in Südamerika, immer neue Teams, neue Küchen, das schult das Improvisationstalent.”

“Wir wollten in diesem Jahr bereits dreimal offiziell Eröffnung feiern, immer kam uns Corona dazwischen und wir sind im Soft Opening mit Unterbrechungen gestrandet”, bringt die 31-Jährige die letzten Monate auf den Punkt.

Doch auch diese Mal nimmt die “flexible Optimistin”, wie sie sich selbst mit einem Schmunzeln bezeichnet, die Herausforderung sportlich.

Julia Komp und ihr LokschuppenTake-Away-Gourmetmenüs

Mit ihrem Team hat sie sich wieder innerhalb kürzester Zeit auf die Veränderungen eingestellt. Anstatt kulinarischem Hochgenuss im Kerzenschein des kernsanierten, stylisch-gemütlichen Lokschuppens, gibt es ihre Kreationen seither nun als Gourmetmenüs für Zuhause.

Dann stehen Ziegenfrischkäse mit Kombucha, Holunderbeere und Rotkohl auf dem Programm, gefolgt von Steinbutt mit fermentierten Pilzen, Kartoffeln und Nussbutter.

Im Hauptgang Bäckchen vom Holsteiner Prime Beef mit Pflaume, roter Bete und Röstzwiebeln und als süßer Abschluss „Bratapfel 2.0“.

Sommelier und Restaurantleiter Yassin Yesilmen hat passende Tropfen als perfekte Weinbegleitung ausgesucht.

Bereits im Frühjahr während des ersten Lockdowns hat Julia Komp mit den Take-Away-Gourmetmenüs viele Fans gewonnen und auch skeptische Hobbyköche begeistert.

„Es gab und gibt immer Skeptiker, die kaum glauben mögen, dass sie unsere Menüs wirklich einfach Zuhause revitalisieren können und es wie bei uns im Restaurant schmeckt – aber es klappt total gut“, berichtet Komp begeistert.

Flexible Optimistin: Julia Komp und ihr Lokschuppen und Anker 7
Ein Hauch aus Indien – Blumenkohl-Erbse-Sellerie

Als versierte Fernsehköchin weiß sie genau, welche Handgriffe und Tricks sie ausführlich zeigen und erklären muss.

Und so lässt sie es sich auch nicht nehmen, für jeden Gang nicht nur eine genaue Beschreibung als Beipackzettel mitzugeben, sie dreht zusätzlich Videos für ihre Take-Away-Gäste.

Für eine Portion Extraspaß und Community-Feeling in Zeiten der sozialen Distanz, sorgt sie mit ihren Posts in Social Media. Mit einer Foto-Challenge samt Preisverleihung animiert sie die Lokschuppen-Gäste, ihre Menüs und Tischdeko zu teilen.

Anker 7

Ganz nebenbei kümmert sich Julia Komp mit ihrem Team von Mittwoch bis Sonntag im Anker7 gleich neben dem Lokschuppen mit einem To-Go-Konzept um das tägliche Wohl der Bewohner und Büromenschen im Kölner Osten.

Hier gibt es Currywurst, natürlich mit hausgemachter Currysauce und nach ihren Vorgaben hergestellten Würsten aus Bio-Fleisch von Bauer Korte. Und abwechslungsreich Leckeres zum Mitnehmen wie Suppen und Salate bis hin zu internationalen Highlights.

Genauso wie im Fine Dining Restaurant Lokschuppen by Julia Komp, legt die Köchin mit ihrem Team auch hier Wert auf besondere Qualität. Die Produkte sind vielfach Bio und Fair Trade-zertifiziert, aus der Region oder aber von ausgesuchten Herstellern weltweit, die Julia persönlich auf ihrer 14-monatigen Weltreise kennengelernt hat.

Eigenes Olivenöl

So etwa den kleinen Familienbetrieb in Tunesien, der in Bio-Anbau und Handarbeit die Oliven für ihr neues Kenzolie-Olivenöl anbaut, erntet und verarbeitet.

“Für mich kommt das beste Olivenöl der Welt im Moment aus Tunesien. Besonders beeindruckt mich, dass die Herstellung ein Frauenbusiness ist. Die ganze Familie lebt als Selbstversorger von und mit den Oliven – alles hängt von der Ernte und ihrem Ertrag ab. Jetzt bin ich stolz, dass ich eine Familie mit meinem köstlichen Olivenöl, das es bei uns im Lokschuppen und in meinem eigenen Onlineshop gibt, unterstützen kann.”

Julia Komps Kenzolie Bio-Olivenöl ist extra nativ und in den Sorten fruchtig und mild erhältlich. Es passt hervorragend zu Salaten, Dips, Vorspeisen, Pasta und Risotto, aber auch Desserts, etwa mit einigen Tropfen auf selbstgemachtem Eis.

Flexible Optimistin: Julia Komp und ihr Lokschuppen und Anker 7Und so läuft sie seit rund einem halben Jahr im Lokschuppen by Julia Komp zur Höchstform auf, hat mit dem lässigen Anker7 eine neue Zielgruppe erobert, die sie mit einem Gourmetkonzept so wohl nicht erreicht hätte. Und doch freut sie sich auf einen “Normalbetrieb” mit Gästen im Restaurant. Und bis dahin tut sie alles, um Gäste mit ihren Kreationen und ihrer Herzlichkeit auf Distanz glücklich zu machen.

Mehr Infos unter www.lokschuppen-by-julia-komp.de

Fotos: © Lokschuppen / Hamza-Chater / Marvin-Evkuran