Achaia Clauss ist das älteste Weingut Griechenlands und kann auf bayerische „Wurzeln“ stolz sein.

Gustav Clauss aus Bayern reiste im frühen 19. Jahrhundert im Gefolge des bayerischen Königs Otto nach Griechenland. In der Region Achaia erwarb er ein großes Stück Land, dass ihm sehr gefiel, bepflanzte zum ersten Mal Weinberge und errichtete das Cháteau Viticole. Neben vielen hervorragenden Weinen war in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts Achaia Clauss weltweit der einzige griechische Produzent des Aperitif- und Dessertweins Mavrodaphne. Der Wein hat einen milden, nussigen, holzigen, getrockneten Fruchtcharakter, der durch Luftkontakt während der langen Reifung in großen Eichenholzfässern entsteht. Er wurde in Königshäusern getrunken und war beliebt bei berühmten Persönlichkeiten wie den Komponisten Franz Liszt und Richard Wagner, der Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi), Kronprinz Rupprecht von Bayern etc., was in ihren Briefen belegt ist.

Ende des 19. Jahrhunderts entstand für die Mitarbeiter der Kellerei ein Dorf mit wunderschönen Gärten, Kirchen und Wohnungen, sowie einer Schule für die Kinder der internationalen Belegschaft (Griechen, Italiener, Deutsche und Malteser). Die Kellerei war und ist mit ihren Gebäuden ist ein beliebtes Reiseziel.

Achaia Clauss

Mavrodaphne wird auch heute noch in original gleichbleibender Qualität produziert. Erst vor Kurzem besuchte der Deutsche Botschafter Jens Plötner mit Gattin das Weingut  Achaia  Clauss und bewunderte das älteste im Keller lagernde und  mit dem Likörwein Mavrodaphne gefüllte Fass von 1873. Der deutsche Exportleiter Tony Kurek bestätigte uns, dieser alte Wein ist noch voll genießbar, allerdings unverkäuflich. Augenzwinkernd fügte er hinzu: „allenfalls, wenn das Oberhaupt der griechisch orthodoxen Kirche uns einen Besuch abstattet, wird ein Schlückchen Wein abgezapft.“

Das Weingut Achia Clauss ist mittlerweile der zweitgrößte Exporteur Griechenlands, produziert viele zum Teil namhafte Weine in allen Preisklassen. Man findet sie in Deutschland bei Weinhändlern und in ausgewählten Fachabteilungen.

Text und Foto: Marion Büstorf