Sie haben sich von unserer Reisereportage in die kroatische Hauptstadt inspirieren lassen und wollen ein Wochenende, bzw. 2-3 Tage in Zagreb verbringen, hier finden Sie ein detailliertes Programm für 2 Tage – unsere Insider-Tipps für Flaneure.

Erster Tag:

09:00 Uhr: Frühstück in der Gradska Kavana. Das „Wohnzimmer“ Zagrebs ist kürzlich renoviert worden und bietet von der Terrasse aus einen wunderbaren Ausblick auf das Treiben des Ban-Jelačić-Platzes.

Zagreb in 48 Stunden, foto Tourist Board Zagreb
Ban Jelacic Platz

10.00 Uhr: Start des Stadtrundgangs am Jelačić-Platz. Alle Sehenswürdigkeiten in Zagreb sind fußläufig erreichbar. Das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel ist die Trambahn. Fahrkarten sind an den Kiosken (auch einzeln) erhältlich. Wer länger bleibt, sollte sich die für bis zu drei Tage gültige Zagreb Card besorgen, mit der man alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt nutzen kann. Außerdem genießt man Ermäßigungen in nahezu allen Stadtmuseen, vielen Restaurants, Geschäften auf auf weitere Dienstleistungen. Tourist Information Centre 

11.00: Zu Fuß geht es zum Bischofshügel Kaptol. Besuch der Kathedrale und Besichtigung des Bischofsbezirks. Von hier kann aus man mit dem offenen städtischen Sightseeing-Bus von ZET, des Zagreber Trambahn-Unternehmens, zu einer Besichtigungstour aufbrechen. Die Haltestelle befindet sich unweit der Kathedrale.
Der Bus ist jeweils zur vollen Stunde auf zwei Linien unterwegs: Die knapp einstündige „rote Route“ führt durch das Stadtzentrum und hält an sechs Punkten. Die anderthalbstündige „grüne Route“ fährt im 2-Stunden-Rhythmus auch die etwas weiter entfernten Grünanlagen wie den Jarun-See und den Maksimir-Park ab, wo sich der Zagreber Zoo befindet. Beide Linien können mit einem 24-Stunden-Ticket benutzt werden. Die Busse verfügen über GPS und einen virtuellen Tourguide.

Zagreb in 48 Stunden, foto Tourist Board Zagreb12.00 Uhr: Besuch des Wochenmarktes Dolac. Der Rundgang führt auch durch die unterirdische Fleisch- und Milchmarkthalle sowie zur Fischmarkthalle. Hier findet man auch ein reiches Angebot an traditionellem Kunsthandwerk und allerhand Nippes. Es gibt viele Gelegenheiten für ein Mittagessen in den umliegenden Restaurants.
Ein Muss für jeden Weinliebhaber ist die Vinothek Bornstein, die erste private Weinhandlung Kroatiens, die nur wenige Meter Richtung stadtauswärts von der Kathedrale entfernt ist. Die Weine aus allen bedeutenden kroatischen Anbauregionen lagern hier in einem historischen Kellergewölbe, darunter auch der angeblich „älteste Wein in Kroatien“, ein Pinot Blanc von 1947. Eine Weinprobe mit dem charismatischen Eigentümer Vlado Borošić sollte man sich keineswegs entgehen lassen.

Zagreb in 48 Stunden, foto Tourist Board Zagreb13.30 Uhr: Rückkehr zum Trg Bana Jelačića. Von dort aus geht es zu Fuß zur Promenade Zrinjevac und weiter über den angrenzenden Strossmayerov Trg zum Tomislavov Trg. Die Parks sind Teil des im 19. Jahrhundert angelegten sog. Lenuci-Hufeisens, welches insgesamt sechs Parkanlagen verbindet und die Unterstadt U-förmig durchzieht. Den grünen Hufeisen nach Norden folgend erreicht man das 1895 errichtete Nationaltheater.

Zagreb in 48 Stunden, foto Sitana Omer14.00 Uhr: Besuch des Museums Mimara. Namensgeber und Stifter ist der schillernde Kunstsammler Ante Topić Mimara. Er hinterließ der Stadt eine der weltweit größten Privatsammlungen mit mehr als 3.500 Exponaten, darunter Werke von Raffael, Goya und Rubens. Kontakt: Muzej Mimara, Rooseveltov trg 5, 10000 Zagreb, T +385 (1) 4828100

16.00 Uhr: Zeit für einen Besuch in Zagrebs bester Konditorei. Bei „Vincek“ hat man die Qual der Wahl. Unbedingt probieren sollte man die „Kremšnita“, eine – man ahnt es schon – lokale Spezialität aus Vanillecreme und Blätterteig. Im übrigen sind die Zagreber ganz vernarrt in ihr Kastanienpüree, welches mit viel Schlagsahne garniert, gerade in der kühleren Jahreszeit ein Renner ist.

17.00 Uhr: Dinner im Restaurant Zinfandel’s im Regent Hotel Esplanade. Das elegante Hotel unweit vom Hauptbahnhof wurde 1920 als Nobelherberge für Orient-Express-Reisende gebaut. Wer eine Vorliebe für stilvolles Art-Déco-Interieur hat, ist hier genau richtig. Berühmte Persönlichkeiten wie Josephine Baker, Orson Welles oder Charles Lindbergh haben hier einst genächtigt. Die „Štrukli“ im Esplanade sind übrigens stadtbekannt. Regent Esplanade, Mihanoviceva 1, 10000 Zagreb, T +00385 (1) 4566666

Zagreb in 48 Stunden, foto Tourist Board Zagreb2. Tag:

10.00 Uhr: Sonntags lockt der Flohmarkt auf dem Britanski Trg in der Unterstadt. Hier sind noch einige Schnäppchen zu finden.

Charmantes Zagreb. Ein Reisebericht, / 48 Stunden Zagreb / foto Tourist Board Zagreb
Zahnradbahn

12.00 Uhr: Mit der Zahnradbahn Uspinjača geht es in die mittelalterliche Oberstadt. Fahrkarten können direkt vor Ort erworben werden. Beim Besuch des Muzej grada Zagreba kann man in die fast Tausendjährige Geschichte der Stadt eintauchen.

13.00 Uhr: Rückweg in die Unterstadt durch das älteste erhaltene Stadttor „Kamenita Vrata“. Die zahlreichen Souvenirshops in der Radićeva bieten schöne Andenken von zertifizierten, einheimischen Kunsthandwerkern. Ein Ein typisch kroatisches Souvenir ist das leuchtend rote, mit bunten Mustern verzierte Licitar-Herz aus Lebkuchen. Früher hielt man mit diesem symbolischen Geschenk um die Hand seiner Liebsten an.

Zagreb in 48 Stunden, foto Kopsa

14.00 Uhr: Abfahrt mit dem Bus der Linie 106 ab Kaptolsplatz zum Zagreber Friedhof, dem Mirogoj. Der Mirogoj gehört zu den schönsten Landschaftsfriedhöfen Europas – er ist Park, Ruhestätte und Freilandmuseum in einem. Der deutsche Architekt Hermann Bollé hat die 500 Meter lange Arkadenmauer mit zwanzig Kuppeln im Neorenaissancestil entworfen. Zahlreiche kroatische Persönlichkeiten sind hier bestattet. Sehenswert sind die prachtvollen Grabmale und Skulpturen kroatischer Bildhauer.

16.00 Uhr: Rückfahrt mit dem Bus zu Kaptolsplatz. Wer will, kann zum Shoppen ins nahe gelegene Kaptol Center und zum benachbarten, noch exklusiveren Shoppingparadies „Cascade“.

Zagreb in 48 Stunden, foto Sitana OmerZagreb in 48 Stunden, foto Tourist Board Zagreb18.00 Uhr: Vom Cascade geht es über die Tkalčićeva ulica wieder in Richtung Zentrum. Die historische Kneipenmeile lädt zu einer Verschnaufpause in einer der zahlreichen Cafés und Bars ein. Hier befindet sich das Denkmal der Marija Jurić Zagorka, Zagrebs erster Journalistin und Schriftstellerin. Wer auf der Suche nach naturbelassenen Olivenölen, Schnäpsen oder Konfitüren aus heimischer Produktion ist, sollte bei „Natura Croatica“ vorbeischauen.

20.00 Uhr: Abendessen im Restoran Klub Gastronomada, eines der originellsten Restaurants der Stadt. Auf der Speisekarte stehen marktfrische und innovative Spezialitäten der kroatischen Küche. Eine Rarität ist das Fleisch des istrischen Boškarin-Rinds, welches 50 Tage lang reift, bevor es auf den Tisch kommt.

Zwei Extra-Tipps

Wer die weibliche Seite der Stadt Zagreb entdecken oder ein paar Brocken Kroatisch lernen möchte, dem seien auch die Themenstadtführungen von „Zagreb Inside“ empfohlen. Seit kurzem bieten die Stadtführerinnen Dora Fila und Iva Čaleta bei der Tour „Women of Zagreb“ interessante Einblicke in das Leben berühmter und weniger berühmter Zagreber Frauengestalten, wie der Journalistin und Krimiautorin Marija Jurić Zagorka oder der Skilegende Janica Kostelić.
Wer die Stadt erkunden und nebenbei noch Kroatisch lernen möchte, sollte die interaktive Tour „Do you speak Croatian“ mitmachen, die ebenfalls von Zagreb Inside angeboten wird.

Zagreb in 48 Stunden, Foto Jasenko RasolDas 2010 eröffnete Museum für Zeitgenössische Kunst (Muzej Suvremene Umjetnosti – kurz: MSU) in Novi Zagreb südlich der Save, könnte das Wahrzeichen für den kulturellen Aufbruch werden. Rund 5.000 m² Ausstellungsfläche stehen im MSU zur Verfügung, die Ausstellungsräume sind auf drei Etagen verteilt. Neben den Ausstellungen sollen hier unterschiedlichste Veranstaltungen – von Theateraufführungen bis zu Konzerten – stattfinden. Zum Museum gelangt man mit der Tramlinie 6 (Richtung Sopot) bis Haltestelle Sopot oder per Bus.

 

Text: Nathalie Kopsa
Fotos von oben: ©Tourist Board Zagreb (4 Bilder) / ©Sitana Omer / ©Tourist Board Zagreb (2 Bilder) / Nathalie Kopsa (3 Bilder)

 

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