Es ruckelt kräftig auf der Piste, die Parkstraße heißt: Auf 20 unterschiedlichen Straßenbelägen, welche die Entwicklung im Straßenbau beim Drüberfahren im Wortsinn spürbar machen, kommt man zum Herz der Autostadt in Wolfsburg. Die Autostadt ist ein Besucher- und Erlebniszentrum in Wolfsburg, das rund um das Thema Auto und Mobilität aufgebaut ist. Es gehört zur Volkswagen AG und wurde im jähr 2000 eröffnet.
Die Autostadt gehört zur Volkswagen AG (VW), geschaffen als Ort der Markenwelt und Museumserlebnis rund um VW und seine Konzernmarken.
Autos in Hochregalen
Bis zu 500 Fahrzeuge werden im weltweit größten Auslieferungszentrum jeden Tag abgeholt. Und die voll verglaste, feuerverzinkte Stahlskelett-Konstruktion erlaubt die Einsicht in ihr Inneres.
Es besteht aus zwei Rundtürmen, jeweils 48 Meter hoch, in denen sich jeweils bis zu 400 Autos in Hochregalen auf 20 Etagen befinden, die darauf warten von einem vollautomatischen Aufzug abgeholt zu werden, um dann über ein unterirdisches Rollband zu ihrem neuen Besitzer im Kundenzentrum zu gelangen, wo dann schon mal die Tränen kullern vor Freude.
Doch die Türme sind nur ein Teil der Autostadt.
In der riesigen Eingangshalle empfängt ein Globus – im Maßstab zur Erde von 1:1.000.000 – und 80 kleine Globen, die im Boden unter Glas eingelassen sind, die Besucher. Einer zeigt, wo auf der Welt die meisten Unfälle passieren: nämlich in Indien.
Gigantisches Museum und mehr
An Exponaten gibt es im ZeitHaus den VW Bulli, Stilikonen wie den Porsche 911, technisch innovative Autos wie den Ro 80 und natürlich jede Menge Käfer.
Vom ersten mit Brezel-Fenster bis zum goldenen Käfer mit Strasssteinchen an den Stoßstangen und Brokatstoffen im Innenraum: ein Sondermodell zum Jubiläum anlässlich des millionsten Volkswagens, der weltweit produziert wurde.
Insgesamt gehören zur Sammlung des markenübergreifenden Automuseums rund 260 Meilensteine der Automobilität von mehr als 60 Marken.
Weitere Modelle findet man in den Pavillons der Konzernmarken VW, Audi, Seat, Skoda, Porsche und im Premium Clubhouse, dessen Form einem Teil der Rennstrecke von Le Mans nachempfunden ist.
Blickfang ist ein vollständig verspiegelter, eine Million Euro teurer Bugatti Veyron 16.4 zwischen Spiegelwänden.
Auf den beiden Gelände-Parcours stellen Hindernisse wie Wassergraben oder Treppenstufen das fahrerische Geschick auf die Probe. Die Sicherheits-Trainings verbinden eindrucksvolle Fahrerlebnisse mit Übungen zum sicheren Autofahren, etwa auf nasser Fahrbahn oder im Slalom.
Und wer einmal mit einer Stilikone fahren möchte, bucht das Arrangement Zeitsprung: Der Privat-Chauffeur öffnet den Verschlag des Horch 930 V Cabriolets aus dem Jahr 1939 in rot-schwarzer Lackierung, um seine Gäste auf eine Landpartie mitzunehmen. Der Wagen ist stattliche 4,92 Meter lang, stilgerecht ausgestattet mit Picknickkorb und einer Flasche Champagner. Die wunderbaren Rundungen und opulent geschwungenen Kotflügel der Vorkriegskarosse sind Hochglanz poliert und ziehen bei jeder Ausfahrt alle Blicke auf sich.

Zum Paket gehört auch, dass man im „Ritz-Carlton“ nächtigt, bei Sven Elverfeld im Drei-Sterne-Restaurant „Aqua“ sieben Gänge goutiert und ins Depot eingeladen wird, wo alle Fahrzeuge stehen, die gerade nicht im ZeitHaus ausgestellt sind: weitere grandiose Raritäten aus über 130 Jahren Automobilhistorie.
Knapp 500 Millionen Euro kostete die gesamte Autostadt, die auch abseits der Motorwelt mit Events im Sommer und Winter für Unterhaltung sorgt.
Wenn sie mehr über Wolfsburg wissen wollen, dann ist unser Reisebericht sicherlich interessant für Sie.
Text: Jochen Müssig
Fotos: ©Jochen Müssig



































