In „Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg“ fühlt man sich ein bisschen wie im alten Rom. Das hat seine Gründe … Als die Ritter Bovo und Reiner die Burgherren des mittelalterlichen Wasserschlosses Berg im heutigen Perl waren, dürften die Römer bereits knapp tausend Jahre nicht mehr im Land gewesen sein. Trotzdem hinterließen sie dem Land mehr als alle Burgherren zusammen. Obgleich eine Burgherrin immerhin Kaiserin Maria Theresia hieß.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss fast völlig zerstört, jedoch bald wieder neu aufgebaut. Unversehrt blieb dagegen das größte noch erhaltene Mosaik nördlich der Alpen, nur einen guten Kilometer Luftlinie vom Schloss entfernt.

Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg: Überall schaut ein Römer raus
Fußboden-Mosaik in der römischen Villa

Von der Römischen Villa Nenning sind zwar nur noch spärliche Reste zu sehen und Ausgrabungen finden bis heute statt, doch der prachtvolle Fußboden blieb beinahe unversehrt erhalten und besteht aus mehr als drei Millionen Mosaiksteinen.

Noch erstaunlicher allerdings ist, dass dieses Beispiel römischer Kunst nach seiner Renovierung aussieht, als sei es erst gestern und nicht vor rund 1800 Jahren fertiggestellt worden.

Acht Bildmedaillons zeigen Gladiatoren, die sich beim Kampf messen, Löwen, Tiger, Panther und Bären sind zu sehen auf diesem zehn mal 15 Meter großen Fußboden-Mosaik, „das wohl ursprünglich in der zentralen Säulenhalle der repräsentativen Villa platziert war. Möglicherweise war sogar eine Gladiatorenschule angeschlossen“, vermutet Roland Wiermann, Leiter des zuständigen Museums für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken.

„Schon 1852 wurden die ersten bunten Steinchen gefunden. Dann wurde das Mosaik über Jahre freigelegt und restauriert. Nur eines der acht Bildmedaillons konnte nicht mehr rekonstruiert werden“.

Wenn man sehen möchte, wie nicht nur ein Mosaik, sondern eine ganzes Anwesen der Römer ausgesehen haben mag, dann fährt man in der Perler Ortsteil Borg:

Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg: Überall schaut ein Römer raus
Villa Borg in Perl

Dort wurde ein römisches Landgut nachgebaut, vom mächtigen Portal über das Herrenhaus und die Bäder bis zu einer Taverne, in der als Gustum römische Vorspeisen und als Prima Mensa, also als Hauptspeise, rustikaler Schinkenbraten aufgetischt wird.

Dies sind nur zwei Beispiele römischer Hinterlassenschaften in der Region.

Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg: Überall schaut ein Römer raus
Victor’s Residen-Hotel Schloß Berg

Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg: Überall schaut ein Römer raus, foto MüssigVictor ist lateinisch …

Und so kommt es, dass das Haupthaus von „Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg“ an eine klassische römische Villa erinnert, weniger von außen, umso mehr im Inneren: verspielte Ornamente hier, klassische Statuen dort, eine goldene Frauen-Büste und ein weißer Römerkopf.

Eine kleinere Römer-Statue lugt beim Frühstücksbüffet hinter der Brot-Auswahl hervor, ein meterlanges Wandgemälde ziert den Weg dahin.

Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg: Überall schaut ein Römer raus, foto MüssigIm Poolbereich ist der Whirlpool von einem Halbrund umgeben, den grazile römische Frauen zieren.

Und auf der Terrasse zeigt sich kein geringerer als David, während eine Reinigungskraft ihren Wagen ganz nonchalant vor einem goldenen Caesar abgestellt hat …

„Während Sie in der Villa der römischen Mythologie begegnen, werden im Schloss Märchen wahr“, fasst Hausherrin Susanne Kleehaas das Hotelkonzept zusammen.

Christian Bau: Koch und Künstler, Foto MüssigIm Schloss wurde der romantische Weg gewählt, den einstigen Rittern die Reminiszenz erwiesen, die Prinzen- und Prinzessinnen-Suiten sowie Victor’s Fine Dining by Christian Bau“  untergebracht.

Sogar der Name „Victor’s“ für Hotel und Gourmetrestaurant hängt mit den Römern zusammen, aber auch mit den Kickern des 1. FC Saarbrücken.

Hotelbesitzer Hartmut Ostermann ist gleichzeitig Präsident und Hauptsponsor des Fußball-Drittligisten. Und so prangt der weiße Schriftzug „Victor’s“ auf den schwarz-blau gestreiften Trikots der Saarbrücker. Victor ist lateinisch und bedeutet Gewinner …

Wir besuchten Christian Bau und sprachen mit dem Drei-Sterne-Koch. Hier finden Sie das Interview. Und wenn Sie eines seiner Gourmetrezepte nachkochen wollen, dann stöbern Sie in unserem Rezeptarchiv.

 

Text: ©Jochen Müssig
Fotos: ©Jochen Müssig

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