Wer sich nicht scheut vor Massentourismus und Besucherströmen verschafft sich in einem Wochenende schon einen guten Überblick über die ikonische Insel Santorin und die Insel Thira mit den archäologischen Ausgarbungen von Akrotiri.

Spektakulär ist die Anreise per Schiff aus Athen oder von Kreta kommend auf die Kykladeninsel Santorin. Wie aus dem blauen Nichts tauchen mit einem Mal schroffe Klippen auf. Deutlich hebt sich die kreisförmige Inselformation rund um den Unterwasservulkan von der Wasseroberfläche ab. Langsam kommen die Steilwände, auf denen wie eine Schicht Schnee die weißen Häuser der Dörfer thronen, näher. Darunter tummeln sich unzählige Segelboote vor der Küste.

Unterwegs auf Santorin

Vom Hafen Skala aus geht es mit öffentlichen Bussen, gut organisiert, weiter in den 300 m höher gelegenen Hauptort Thira. Die Kleinstadt war in der Bronzezeit als Kalliste, „die Schönste“, Teil der überaus reichen Ägäis-Kultur. Auf private Transfers kann hier getrost verzichtet werden.

Der öffentliche Verkehr kostet pro Fahrt 2 Euro, egal ob zum Flughafen, zur Fähre, zu den archäologischen Ausgrabungen von Akrotiri oder in dem malerischen Küstenort Oia. Alles spielt sich am zentralen Busbahnhof in Thira ab. Hier herrscht zu den lab- oder stündlichen Abfahrten reges Treiben und geordnetes Chaos. Die mitunter etwas rüden Busfahrer kümmern sich um ihre Touristenschäfchen bis jeder ziellos Herumirrende in einem der abfahrtbereiten Reisebusse verstaut ist.

Gut zu wissen: Vorne im Armaturenbrett vor dem Lenkrad befindet sich ein handgeschriebens Pappschild mit dem Zielort der Fahrt. Ist also eigentlich ganz einfach, wenn man dieses Detail kennt. Nur bei wenigen Bussen steht die Destination auf der elektronischen Anzeigentafel außen.

Die Busse starten pünktlich und der Verkehr ist – zumindest in der Nebensaison überschaubar. Klar, die wenigsten Touristen kommen hier mit dem eigenen Auto her. Auch die Anreise mit dem Flugzeug ist aus aller Welt möglich. Dementsprechend international ist die Gästestruktur. Eine ideale Reisezeit ist der Herbst. Im September und auch Oktober ist ein Bad noch möglich. Ab November nehmen jedoch die Anzahl der Fähren ab.

Tipps für das malerische Städtchen Thira

Thira, manchmal auch Fira, oder altgriechisch Thera, ist der zentralste Ort und daher bestens für eine Erkundung der gleichnamigen Insel geeignet. Thira ist die größte Insel im gleichnamigen Archipel und umfasst eine Fläche von etwa 73 Quadratkilometern.

Wie auf einem Kamm liegt es zur einen Seite zum Krater hin, der sogenannten Caldera und bietet einen spektakulären Blick und unvergessliche Sonnenuntergänge. Hier ist Fußgängerzone und unzählige Bars, Restaurants, Lounges, kleine Luxushotels und Souvenirläden warten in den Gassen darauf entdeckt zu werden. Selbstverständlich schlägt sich das einzigartige Panorama auf den Preis nieder. Sportliche können das verwinkelte Gässchengewirr  treppauf und treppab erkunden.

Hinab in die Bucht sind es ganze 587 Stufen. Für gemütlichere Gemüter gibt es aber eine Seilbahn, die hinab ans Ufer führt, wo zahlreiche Bootstouren, etwa zu heißen Quellen oder auf die kleinen Vulkaninseln im Kraterbecken, dem Herz der Caldera, und die Kammenes die bei den Vulkanausbrüchen entstanden sind, starten. Auch Tauchgänge zum Erkunden der Unterwasserwelt sind möglich.

Lässt man das Gassenwirrwarr Richtung zentralem Busbahnhof hinter sich, warten zwei sehr empfehlenswerte Museen direkt an der Hauptstraße. Sehr zu empfehlen sind Spaziergänge auf dem Kraterrandweg. Bis in den malerischen, aber sehr touristischen Ort Oia ist es eine ca. 3-4-stündige Wanderung.

Praktische Hinweise für Hotels und Verpflegung auf Santorin

Günstiger werden die Hotels auf der der Caldera abgewandten Seite von Thira. Auch hier orthodoxen Kirchlein mit blauen Kuppeln und Kreuzen, gepflasterte Gassen und Treppen. Doch hier fällt die karge Vulkaninsel sanft zum Meer hin ab. Das Land ist stark bebaut, etwas Grün sucht man eher vergeblich. Das Meer und das blauweiße Ambiente machen die Trockenheit wett.

Gut zu wissen: Wer einen normalen Supermarkt sucht und die kleinen Lebensmittelshops mit ihren überteuerten Apotheken-Preisen – ein Liter Hafermilch gab es für ganze 7 Euro – vermeiden will, läuft die Hauptstraße am Zentrum Richtung Busbahnhof (der liegt dann linkerhand) vorbei, und noch etwas weiter geradeaus bis auf der rechten Straßenseite ein großer grauer Betonplatz auftaucht, in dem sich ein größerer Supermarkt verbirgt. Das lohnt sich für alle, die sich selbst verpflegen.

Die versunkene Stadt Akrotiri – das antike Thera

Der Highlight von Santorin ist für Archäologie-Fans auf jeden Fall die Ausgrabungsstätte Akrotiri, eine bronzezeitliche Stadt der Kykladenkultur von Alt-Thira. Santorin war Teil derselben Kultur wie die minoische Kultur Kretas. Fresken und Kunst zeigen dies deutlich.

Immer wieder bringen es Forschende und Reisende mit Platons Beschreibung eines untergegangenen Atlantis in Verbindung. Doch dafür gibt es wissenschaftlich keinen Beleg.

Fakt ist, dass der Vulkanausbruch um 1.600 v. Chr. einen Großteil der Insel versenkt hat. Die Zerstörung und die anschließende Tsunami-Welle, die Kretas Küsten erreichte, läutete das Ende dieser bronzezeitlichen Kultur ein.

Fassade des Westhauses von Akrotiri

Durch den Vulkanausbruchwurden die Häuser – ähnlich wie in Pompeji – unter Asche begraben und blieben dadurch erhalten.

Fresken und Keramiken, Gebrauchsgegenstände und Möbel zeugen von einer hochentwickelten Zivilisation. Die meisten Funde und die einzigartigen Original-Fresken befinden sich in oben genannten Museen von Thira.

Schiffsfresko mit der Landschaft vor dem Vulkanausbruch aus Akrotiri

Im Prähistorischen Museum von Thera kann man die leuchtend bunten Fresken aus den Palästen Akrotiris in ihrer faszinierenden Detailtreue bewundern.
Sie zeigen Szenen aus dem Alltag der Menschen, wie Prozessionen, Feierlichkeiten, Schiffe. Dazu kommen Naturdarstellungen und die Darstellung spiritueller Rituale und Initiationsriten einer hochentwickelten bronzezeitlichen Kultur, wie die der Safranernte auf den „Frühlingsfresken“ und die detailreiche Darstellung von Priesterinnen.

Ausgrabungsstätte von Akrotiri – Alt-Thira

Akrotiri 09:30 – 15:30
Dienstag geschlossen
20 Euro, ermäßigt/Senioren 10 Euro

Prähistorisches Museum Thera

08:30 – 15:30
Dienstag geschlossen
10 Euro / 5 Euro

Archäologisches Museum Thera

Di-Fr & So 08:30-15:30,
Sa 09:00-21:00
10 Euro / 5 Euro

 

Text und Fotos: ©Verena Wagner

xxxxx

xxxxx

Vorheriger ArtikelPanoramastraßen in Deutschland, Tschechien, Litauen und Estland
Nächster ArtikelAktive Urlaubstage in den Kitzbüheler Alpen