Zum Wandern an der Algarve im Winter nach Portugal reisen ist eine gute Idee. Gerade dann, wenn man die ansonsten sehr touristische Region im Süden Portugals in Ruhe kennenlernen möchte.

Bevor die Massen zu den Osterferien eintreffen, ist es hier ruhig. Viele Restaurants und Attraktionen wie Museen und Freizeitparks haben in der Zeit von Januar bis Mitte März zeitweise geschlossen.

Von den Stränden sind die im Sommer dicht an dicht gereihten Sonnenschirme verschwunden. Die paar Spaziergänger teilen sich die kilometerlangen, menschenleeren Küstenstriche unter sich auf.

Nur hie und da wartet ein Neopren-geschützter Surfer hinter der Brandung paddelnd auf die perfekte Welle. Die gibt es im Winter in Portugal vor allem an der Algarve, denn weiter im Norden ist die See zu rau und wild zu dieser Jahreszeit. Außerdem ist das Wasser an der Algarve mit Neopren-Anzug für hartgesottene Wellen-Freaks im Winter gerade noch erträglich. Zum Schwimmen ist es aber definitiv zu kalt.

Mildes Klima an der Algarve im Winter

Bei Sonnenschein klettert das Thermometer durchaus einmal auf über 20 Grad Celsius. Die Durchschnittstemperaturen liegen bei 15 bis 20 Grad Celsius. Es regnet häufiger als im Sommerhalbjahr und der Wind bläst oft ungemütlich.

Daher gehört für einen Urlaub an der Algarve im Winter unbedingt eine dicke Jacke für abends mit ins Gepäck, ebenso aber eine leichte Wind- und Regenjacke für tagsüber.

Auch ein dicker Schlafanzug oder ein Wollpulli und warme Socken sind wichtig. Die meisten portugiesischen Häuser besitzen keine Zentralheizung.

Auch ein offener Kamin ist nicht überall vorhanden, und wärmt auch nicht wie eine Heizung. Daher friert man drinnen und nachts unter Umständen mehr als gedacht.

Wer sich aber an Sonnentagen ein windstilles Plätzchen sucht zwischen den Klippen oder den großen Gesteinsbrocken, wie sie etwa in der Gegend von Albufeira an den Stränden Schutz bieten, verbringt schöne Stunden am Meer an der Algarve im Winter. Hier lässt es sich gut aushalten auf einer Picknickdecke.

Von den Massen an Touristen, die sich hier sonst in den großen Hotels an der Küste einbuchen, ist im Winter nichts zu sehen. Da lässt sich auch ein Spaziergang durch den malerischen Fischerort genießen.

Klettern und Wandern an der Algarve im Winter

Auch im Urlaub mit Kindern an der Algarve im Winter darf ein Sandspielzeug auf keinen Fall fehlen. Schaufel und Eimer sind auch sehr nützlich, wenn Kinder auf Entdeckungsjagd gehen, um die vielen seltenen Muscheln einzusammeln, die jetzt am Strand liegen.

Durch die im Winter stärkeren Wellen, kommt da jede Menge für Schatzsucher zum Vorschein. Ganz Mutige sammeln sogar Krebse in ihrem Eimer. Natürlich brauchen die Wasser und werden am Abend wieder freigelassen.

Klettern und wandern an der Algarve

Außerdem finden sich prima Kletterfelsen an den Stränden. Deshalb müssen Kletterschuhe und/oder Trekkingschuhe ins Gepäck.

Die schaden auch nicht, wenn man sich zum Wandern fernab der Stränden ins Hinterland begibt. Die Algarve bietet tolle Wanderdestinationen für alle Schwierigkeitsgrade, auch für Anfänger und Familien.

Sehr gut gefallen hat uns die Serra do Monchique, das grüne Herz im Westen der Algarve, keine 20 Kilometer von der Küste entfernt. Schon auf dem Weg dorthin überraschen einen die zahlreichen Storchennester an den Straßenrändern. Die großen Vögel wirken wie aus einer anderen, längst vergangenen Zeit.

In der Serra do Monchique, die sich kaum eine Autostunde von Faro entfernt befindet, erwartet den Wanderer eine hohe Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren. In dem malerischen Mittelgebirge finden sich Pinien- und Eukalyptuswälder, Wasserfälle und ein bezaubernder Fernblick. Auch Mountainbiken und Klettern lässt es sich hier bis auf gut 900 Meter über dem Meeresspiegel. Allerdings ist das Klima im Winter hier weniger mild als an der Küste.

Die Naturschutzgebiete der Algarve entdecken

Fahrradfahren und Wandern an der Algarve im Winter ist immer eine gute Idee. Das geht auch ausgezeichnet in Küstennähe, z. B. in einen der zahlreichen Naturschutzgebiete des Parque Natural da Ria Formosa, indem sich ein Labyrinth von Kanälen, Inseln, Sümpfen und Sandbänken zwischen den Stränden von Garrão und Manta Rota über 60 km – beidseitig von Faro – an der Algarve erstreckt.

Hier lassen sich seltene Vogelarten mit dem Fernglas beobachten und auch der portugiesische Wasserhund und jede Menge Seepferdchen sind in den Lagunen zuhause. Ein Besuch des Umweltmuseums von Marim hält alle Infos zum geschützten Feuchtgebiet bereit. Neben ausgedehnten Spaziergängen im Marschland mit Ebbe und Flut lassen sich hier wunderbare Radtouren in flacher Landschaft unternehmen. Viele Orte sind bestens mit dem Zug erreichbar.

Mehr geschützte Natur erleben Sie im „Naturparks Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina“. Im Südwesten des Parks begrenzt das Kap São Vicente mit seinem einsamen Leuchtturm den Kontinente. Der westlichste Punkt Europas stellt auch an sonnigen Wintertagen ein schönes Ausflugsziel dar.

Das Wandern an der Algarve mit Ausflugszielen kombinieren

Wer mal was anderes außer wandern an der Algarve machen will, kann den ganzjährig geöffneten Zoo von Lagos besuchen. Es ist ein kleiner, aber feiner Zoo mit Kängurus, Reptilien, Vögeln, Pinguine, Enten und vielen, lustigen Affen. Insgesamt sind es über 150 Tierarten, die hier leben.

Der Zoo entstand aus einem Bauernhof, der schon immer ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen war. Um den Kindern den Kontakt zu Tieren zu ermöglichen, begannen die Betreiber seltene Tierarten anzuschaffen und so entstand vor fast 25 Jahren der Zoo. Man hat den Eindruck, dass es den Tieren dort gut geht.

Der Zoo hat beim Ausgang einen kleinen Pool, der besonders im Sommer eine tolle Erfrischung ist. Der Pool ist durch eine Glaswand vom Pool der Pinguine abgetrennt und Schwimmer können beim Tauchen die Pinguine sehen.

Golf an der Algarve im Winter

Weitere  Freizeitideen sind natürlich die Golfplätze, die in großer Stückzahl an der Algarve im Winter ein Traum sind. Aber auch Minigolfen im gepflegten „Golf Park“ in Vilamoura ist möglich.

Auch die Hochseilgärten Parque Aventura in Albufeira, Lagos und Vila Real de Santo António sind einen Besuch wert. Letzterer befindet sich ein Stück hinter Tavira an der Küste bei Monte Gordo, kurz vor Vila Real, der letzten portugiesischen Stadt vor der spanischen Grenze.

Die Parks haben von Mitte November bis Mitte März nur am Wochenende geöffnet, den Rest des Jahres täglich. Ein Teil des Parks ist ein Niedrigseilgarten, auf dem schon Kinder ab vier Jahren klettern können. Neben Parcours mit Seilen, Netzen und Leitern in den Bäumen und Flying Fox-Seilzugrutschen gibt es auch Paintball.

Weitere Reisetipps für Portugal finden Sie hier.

Text: Verena Wagner
Fotos:  Visit Algarve Portugal

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