Das Restaurant Oberholz am Bozner Hausberg ist Architektur-Highlight und zugleich Berghütte für Gourmets. Die Location ist mit der Bergbahn einfach zu erreichen und bietet Köstliches für Einheimische wie Touristen. Nicht nur Architektur-Fans sind von den sich organisch in die Bergwelt einfügenden Räumlichkeiten angetan.

Eine Berghütte für Gourmets auf 2096 Metern Seehöhe

Oberholz thront auf über 2000 Metern über dem Ski- und Wandergebiet Obereggen in Südtirol am Fuße des imposanten Latemar-Massivs. Das Archtiektur-Highlight wurde von den international renommierten Architekten Peter Pichler und Pavol Mikolajcak 2016 verwirklicht.

Der Bau geht mit der umliegenden Natur in Resonanz und fängt diese in drei jeweils zu verschiedenen Berggruppen ausgerichteten Panoramafenstern unter typischen, komplett aus Holz errichteten Satteldächern ein. Die ausladende gläserne Fassade verschmilzt durch kurvilineare Verästelungen zu einer komplexen wie kompakten Struktur im Innenraum. Dadurch entstehen stubenartige Nischen – so genannte Pockets – die den Restaurantbereich unterteilen und eine ebenso behagliche wie geräumige Atmosphäre schaffen.

Äußerlich suggeriert die Berghütte für Gourmets das Erscheinungsbild eines liegenden Baumes. Er wächst mit seinen Verästelungen aus dem Hang hinaus. Was sich von außen als drei kleine Hütten organisch in die Bergwelt einfügt, entpuppt sich beim Betreten als das Restaurant Oberholz mit Lounge- und Barbereich.

Nachhaltiges Architektur-Highlight in den Dolomiten

70 % des Gebäudes wurden in den Hang unter der bereits vorhandenen Bergbahn hineingebaut. Lagerräume und Toiletten befinden sich im Untergeschoss. Bereits während der fünf Monate währenden Bauzeit, in der die in ortsansässigen Schreinereien vorgefertigten Holzbauteile mit LKWs auf einem Forstweg an Ort und Stelle transportiert wurden, legten die Betreiber großen Wert auf Nachhaltigkeit. Nur das allerletzte Wegstück musste neu angelegt werden. Heute ist dieser Baustellenweg ein ganzjähriger Wanderweg, auf dem die Berghütte in 1,5 h erreichbar ist.
Während einerseits die Zutaten zu 90 % von lokalen und regionalen Erzeugern stammen, zeugt andererseits der Einsatz von Lärchenholz im Außen- und Eggentaler Fichtenholz im Innenbereich von diesem Bekenntnis. Geheizt wird die Berghütte mit Erdwärme.

Ganzjährig bequem erreichbar als Berghütte für Gourmets

Auch abseits der Skisaison von Ende November bis Ostern erfreut sich das Restaurant Oberholz großer Beliebtheit. Der Sessellift sowie eine Gondel in der näheren Umgebung erreichen die Berghütte für Gourmets fast ganzjährig auch im Sommer.

Neben dem Tagesbetrieb finden kontinuierlich spannende Events statt. Auch Shuttle-Busse bedienen die Strecke Bozen – Obereggen. Live-Musik-Abende mit bekannten Südtiroler Bands ziehen ebenso Publikum an wie das Pre-Opening mit Shared Dinner Table Event mit japanischer Fusion-Küche des ersten italienischen Mochi-Restaurants der gleichnamigen österreichischen Kette, das im Frühling in Bozen eröffnet. Auch italienische Modelabel haben die Location schon für Fotoshootings der Winterkollektionen gemietet.

Beliebt bei Stammkunden ist der „Aperitivo lungo“. Das Event findet alle zwei Wochen mit eigens kreierten Drinks und Spritzern inklusive Berg- und Talfahrt mit dem LED-beleuchteten Sessellift zwischen 18 und 23:45 Uhr. DJs sorgen für ein angenehmes Ambiente. Die zum Aperitif servierten Häppchen aus lokalen Köstlichkeiten sind so üppig, dass es sich streng genommen um ein Apero Menü handelt. Hungrig heim kehre da niemand, so Thomas Obdertoller, Marketingleiter der Latemar Bergbahnen, der sich schon so manches kulinarische Schmankerl für die Berghütte erdacht hat.

Traditionell inspirierte Küche im Restaurant Oberholz

Anders als in gewöhnlichen Berghütten kann hier fürstlich und ausgiebig gespeist werden. Die höhere Verweildauer ist mit der notwendigen Reservierung ausdrücklich erwünscht.

Erstmalig fand 2025 der Tortellino Valeggio-Tag mit handgemachten Tortellini von Köchen des international bekannten und in Norditalien sehr beliebten Restaurants Alla Borsa in Valeggio sul Mincio statt. Die Gäste können live in einer Showküche im Restaurant beobachten, wie die Tortelli von Hand gefüllt wurden und sie anschließend verspeisen. In gemeinsamer Zusammenarbeit wurde ein TortellOberholz mit u.a. Latschenkiefer kreiert, was der Füllung ihre grüne Farbe verleiht. Als Willkommensgruß aus der Küche erhielt jeder Gast einen frittierten Tortello.

An allen Tagen gibt es ausgefallene Nudelgerichte wie die Schüttelbrotbandnudeln mit Wildragout, Preiselbeeren und Kren.

Ein Publikumsliebling ist auch das Knödeltris mit Rote-Bete-Knödel, Pusterer Pressknödel und Spinatnocke in Erbsencreme und Nussbutter.

Suppen gibt es von Gulaschsuppe und Berglinseneintopf mit Meraner Würstel bis hin zum Topinambursüppchen mit geräucherter Jakobsmuschel oder eine Wildessenz mit Zirbenholz, Wurzelgemüse und zwei gigantischen Südtiroler Leberknödeln.

Weiter geht es mit Hauptspeisen vom Kalbsschnitzel mit Schüttelbrotpanade, Hirschrücken oder Zwiebelrostbraten vom Rind, Kalbswange mit Butternusskürbis und Radicchio Trevignano oder vegetarisch mit Blumenkohl vom Grill. Wer es ausgefallen international haben will, wird ebenfalls fündig mit dem konfierten Kabeljau an Granny Smith, Wasabi, Gurke und Zitrone.

Regionale Spezialitäten in Oberholz

90 % der Zutaten sind regional. Lediglich beim Fleisch und bei manchen von den Köchen gewünschten Extras ist das nicht immer möglich. Die Weinauswahl konzentriert sich auf Bozner Weine wie St. Magdalena, Lagrein und Blauburgunder.

Auch traditionelle Nachspeisen erhalten hier einen authentischen Touch. Der Kaiserschmarrn  ist karamellisiert, die Créme Brùlée von der Tonka-Bohne und die Panna Cotta mit Hagebutte. Dazu kommen hausgemachte Kuchen, Torten, Strudel und Tiramisu. Darum kümmert sich neben drei Köchen ein Patissier- und Vorspeisenkoch.

 

Text und Fotos: Verena Wagner
Titelbild und Außenaufnahme: Obereggen_LatemarAG_Oberholz_Ph.Oskar_Dariz/ Mads_Mogensen

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