Das Radwandern ist eine Alternative zum Massentourismus. Und das Beste: Das Fahrrad muss nicht nochmals neu erfunden werden! Mit dem Fahrrad die Welt erfahren … nachhaltig und ein Abenteuer!

Der Drahtesel ist gegenwärtig das Fortbewegungsmittel der Stunde. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Bewusstseins für Gesundheit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz sowie zunehmenden Verkehrs- und Mobilitätsproblemen in Großstädten erfährt das am meisten benutzte Verkehrsmittel der Welt seine Renaissance.

Ob als Teil des urbanen Lebensstils, Lifestyle-Produkt oder günstige und gesunde Alternative auf dem Weg zur Arbeit – das effizienteste von Muskelkraft angetriebene Fortbewegungsmittel der Welt ist Statussymbol, Hoffnungsträger für Verkehrs- und Stadtplaner sowie Herausforderung bei der Neuordnung des städtischen Raums zugleich.

Bad Gögging: Wellness mit Mehrwert, foto: bayerisches_golfundthermenland_(c)CarolinThierschDer konsequente Ausbau des Radverkehrs ist vergleichsweise günstig und lässt sich von Kommunen steuern. Das Fahrrad ist heute die Antwort auf eine Vielzahl von Problemen. Überall dort, wo die Luft in den Großstädten zunehmend verschmutzt und die Verkehrswege weiter verstopft sind, ist das Rad Teil einer Lösung.

In Berlin geht man derzeit von rund 1,5 Mio. Fahrradfahrten pro Tag aus. Da viele Städte wachsen, verschärfen sich Faktoren wie Stau, hoher Flächenverbrauch, schlechte Luft und Lärm.

Schwung in den Urlaub bringen am Walchsee, foto: c_tourismusverband_kaiserwinkl_das_walchseeRadwandern ist die Krone des Fahrradfahrens

Das schöne Gefühl, angekommen zu sein, mit eigener Körperkraft ein Ziel erstrampelt zu haben, ist durch nichts zu ersetzen.

Bei guter Vorbereitung und ein bisschen Training wird jede Fahrt zum erlebnisreichen Urlaub von Anfang an. Dabei ist es egal, ob man 30 oder 50 km am Tag radelt. Damit jede Fahrt auch zu einem bleibenden Erlebnis wird, ist eine gründliche Vorbereitung notwendig.

Anfänger sollten sich nicht gleich eine Reise an die Ostsee oder ins Erzgebirge vornehmen, denn dazu gehört schon etwas Kondition. Früh- und Spätsommer sind die angenehmste Zeit für den Radtouristen.

Steht das Ziel fest, beginnt die Planung. Weit entfernte Ziele sind nicht immer in einem Urlaub zu schaffen. Deshalb ist es für einen Radler keine Schande, wenn er für bestimmte Streckenab­schnitte die Eisenbahn nutzt. Auch der Transport des Fahrrades auf dem Autodach ist möglich.

Eine Reise in Dänemarks grünes Herz, foto Marco TheimerRadtouren planen

Zur Grundüberlegung sollte die Festlegung der Route gehören. Wo soll es entlanggehen, wie kommt man angenehm ans Ziel? Wie viele Kilometer am Tag gefahren werden, hängt natürlich von allen Mitfahrern ab.

Welche Fahrräder stehen zur Verfügung? Mit einem Klappfahrrad wird eine Fahrt in die Berge zur Qual. 

Tagesziele wählt man nach Möglichkeit danach aus, ob dort eine relativ sichere Chance für eine Übernachtung besteht. Ruhetage gehören dazu, etwa um Ortschaften und Sehenswürdigkeiten anzusehen oder einfach in der Sonne zu liegen.

Österreich rückt näher, foto © Gerhard WolkersdorferEs ist wichtig, zwischen den Etappen die Kräfte zu regenerieren. Hemmnisse und Schwierigkeiten bleiben nicht aus. Dazu gehören z. B. Pannen und das Wetter. Bei Regen geht es im Allgemeinen langsamer voran – vor allem bei Wind, der fast immer von vorne zu kommen scheint.

Dabei ist ein Hinweis des Dichters Franz Kafka ganz hilfreich: „Du kannst die Windrichtung nicht verändern. Aber du kannst Deine Segel anders setzen.“ 

Die Etappenplanung ist immer ein schwieriges Unterfangen, gerade bei mehreren Teilnehmern. Ein Ausweg: Die Etappen werden von Tag zu Tag während der Tour festgelegt, so dass Wind und Wetter, die Lust am Fahren und Zeit zum Faulenzen, Einkaufen oder Schwimmen berücksichtigt werden können.

Zu jeder Planung gehört die Einschätzung der Kondition. Welche Entfernungen sind machbar, ohne die Lust zu verlieren oder sich völlig zu verausgaben?

Ein Ausdauertest vor Beginn der Tour schadet nie. Zweckmäßige Kleidung und eine Reiseapotheke sollten nicht vergessen werden.

Da dem Radwanderer ein langer und anstrengender Tag bevorsteht, sollte er ausgiebig frühstücken. Unterwegs lieber öfter etwas essen als einmal eine riesige Mahlzeit verzehren. Radfahren mit vollem Magen fällt schwer.

Schon mal Hoody-Urlaub gemacht? MK foto: Hoody HotelTrinken sollte man während der Fahrt Tee, Wasser oder Fruchtsäfte. Rinnt der Schweiß, bewirkt eine Prise Salz im Tee Wunder. 


7 Gebote für Radwanderer

1. Halten Sie selten und nur kurz an, damit Sie nicht Ihren Antrieb verlieren.

2. Nehmen Sie wenig zu sich, aber häufig. Essen Sie, bevor Sie hungrig werden, und trinken Sie, bevor Sie durstig werden.

3. Fahren Sie nie, bis Sie so müde sind, dass Sie nicht mehr essen oder schlafen können.

4. Ziehen Sie zusätzlich Kleidung an, bevor Ihnen kalt werden könnte, oder ziehen Sie etwas aus, bevor Ihnen heiß werden könnte. Zieren Sie sich nicht, Ihre Haut Sonne, Luft und Regen auszusetzen.

5. Meiden Sie Wein, Fleisch oder Tabak in jeder Menge, während Sie im Sattel sind.

6. Erzwingen Sie nie etwas. Fahren Sie nicht über Ihre Körperreserven hinaus, vor allem während der ersten paar Stunden einer Fahrt, wenn Sie sich stark und versucht fühlen, das Tempo zu forcieren.

7. Fahren Sie nicht Fahrrad, um auf andere Eindruck zu machen.

(Quelle: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlichte die französische Zeitschrift „Le Cycliste“ diese Regeln, hier zitiert nach: Hans-Erhard Lessing, Das Fahrradbuch, 1993, S.157)


 

Weiter Tipps rund ums Fahrradfahren finden Sie hier.

 

Text: Dr. Michael Polster
Fotos: ©COLOURBOX1442476 / bayerisches_golfundthermenland_©CarolinThiersch / ©tourismusverband_kaiserwinkl_das_walchsee_aktivresort / ©Marco Theimer / © Gerhard Wolkersdorfer / ©Hoody Active Hotel 

 

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