Spezialitätenkaffee aus Direkthandel mit den Kleinbauern in den Kaffeeregionen: Bei Single Origins handelt es sich um Kaffees, die in einer der Kaffeeregionen (oder einem Land) gepflückt und nicht mit anderen Kaffeesorten gemischt werden.

Jede der geografischen Kaffeeregionen zeichnet sich durch Klima, Anbautechniken, Höhenlage und die spezifische mineralische Zusammensetzung der Böden aus. Wie im Weinanbau von Spitzenlagen als „Terroir“ die Rede ist, so verdanken auch sortenreiner Spezialitätenkaffee aus Direkthandel den besonderen Geschmack seiner Herkunft.

Blends dagegen mischen Kaffeebohnen verschiedener Kaffeeregionen oder Länder der ganzen Welt. Dies verringert die Rückverfolgbarkeit der Bohnen – und damit auch die individuelle Geschichte hinter dem Kaffee, die es sich lohnt zu erzählen.

Spezialitätenkaffee aus Direkthandel aus der Kaffeeregion Burundi

Hohe Qualität von Spezialitätenkaffee aus Direkthandel

Viele Kaffeeröster haben Single Origins im Sortiment. Sie sind meist heller, also milder geröstet als Blends. Die Geschmacksvielfalt ist immens! Es gibt fruchtige afrikanische Noten von Beere bis Zitrusfrucht.

Single Origins aus Südamerika schmecken oft nussig-schokoladig. Ein Kaffee aus Indien hat mitunter einen vollmundig würzigen Geschmack und indonesische Sorten weisen erdige Profile auf.Spezialitätenkaffee aus Direkthandel aus der Kaffeeregion Timor-Leste

Was sind Single Origins und Microlots?

Single Origins enthalten nur die besten Bohnen einer Ernte, oft von Hand gepflückt. Der Erntezeitpunkt ist entscheidend für den Reifegrad der Bohnen, um ihr Aroma voll auszubilden.

Den typischen Geschmack einzelner Anbaugebiete kennenzulernen, ist eine Leidenschaft.
Single Estate Kaffees sind die Steigerung von Single Origin. Hier entspringen die Bohnen nur einer einzigen Plantage. Dabei werden auch Arabica und Robusta nicht vermischt. Bei Single Origins kommt das vor. Selbst Bohnen einer Region schmecken – je nach Hanglage oder Himmelsrichtung – unterschiedlich. Ganz genau wie bei Weinanbaugebieten.

Ebenso spezifiziert ein Microlot die Herkunft. Das ist eine kleine Menge Kaffee, die von einer bestimmten Kaffeefarm und Ernte stammt.

Bei Spezialitätenkaffee aus Direkthandel erhalten Kaffeebauern einen existenzsichernden Lohn durch den Direktverkauf ihrer Bohnen und die Kunden Transparenz und Einblick in die Lieferkette.

Kaffee-Geschichten aus Timor-Leste und Burundi

Zwei Verarbeitungszentren des Sozial-Entrepreneurs Raw Material Coffee zeigen, wie die Produktion von Spezialitätenkaffee Menschen befähigen von Kaffeeanbau und Direkthandel zu leben. 60% allen Kaffees weltweit wächst in etwa 12,5 Mio. Kleinbauernbetrieben. 44% davon leben in ärmlichen Verhältnissen und 22 % in extremer Armut.

Spezialitätenkaffee aus Direkthandel aus der Kaffeeregion Timor-Leste

Timor-Leste als aufstrebende Kaffeeregion

Timor-Leste ist eines der jüngsten Länder der Welt. Es steht vor einem enormen wirtschaftlichen Umbruch, da seine Ölreserven zur Neige gehen. Kaffee ist nach Erdöl die zweitwichtigste Einnahmequelle des Landes, und 37 % der Haushalte sind vom Kaffee abhängig – der wichtigsten Kulturpflanze in Timor-Leste.

Angesichts der wegfallenden Öleinnahmen ist die Verbesserung des Kaffeesektors von entscheidender Bedeutung.

Kaffee aus Ermera

Ermera, eine von dreizehn Gemeinden des Landes, beherbergt die größte Kaffeeproduktion. Fast 60 % der Bevölkerung dort leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Produktivität ist extrem niedrig, ebenso wie die Rentabilität. Fast der gesamte Kaffee auf dem Rohstoffmarkt wird zum reduzierten C-Preis verkauft.

Raw Material traf Gruppen von Erzeugern und entwickelte mit ihnen einen Plan, um die Qualität des Atsabe-Kaffees konstant auf über 80 Punkte im Spezialitätenmarkt zu etablieren. Ein Anliegen ist es, langfristige Partnerschaften mit Röstern aufzubauen.

Das Verarbeitungszentrum mit Nassmühle Raimutin auf 1400 Seehöhe in Atsabe, Ermera hat sich als Drehscheibe für Schulungen in den Bereichen Anbau, Ernte und Verarbeitung für lokale Erzeuger etabliert – wichtig für die Steigerung der Kaffeequalität.

Seit dem Bau der Nassmühle 2018 funktioniert diese autark mittels Schwerkraft. Damit befördert sie den Kaffee durch die einzelnen Stufen. Der zentrale Knotenpunkt dient als Ort für Einkauf, Verarbeitung und Trocknen der Kaffeekirschen. Es ist aber auch ein Treffpunkt für Dorfvorsteher und Anführer der Nachbarschaft mit Raw Material.

Spezialitätenkaffee aus Direkthandel aus der Kaffeeregion Burundi

Spezialitätenkaffee aus Burundi

Nahe dem Kibira-Nationalpark, in dem Boden und Klima hervorragend für die Kaffeeproduktion geeignet sind, liegt die Izuba-Waschstation, in der Nähe eines Flusses, der als Frischwasserquelle für die Kaffeeverarbeitung dient.

Beschäftigt sind zwei Vollzeitmitarbeiter und etwa 250 Saisonarbeiter aus der Region. Das Gehalt der Mitarbeiter liegt 25 % über dem anderer lokaler Waschstationen und 33 % über dem nationalen Durchschnittsgehalt.

Kigeri, Ryamukona und Mugoyi heißen die drei Hügel um Izuba, aus denen der Kaffee stammt. Jede an Izuba verkaufte Kaffeemenge wird nach Erzeuger und Hanglage erfasst. Das macht die winzigen Abweichungen im Profil von den Standorten rund um die Waschstation sichtbar.

2020 kam der Kaffee von 1482 Erzeugern, von denen 1169 männlich und 313 weiblich waren (rund 26 %). Wie von der Regierung festgelegt erhalten Produzenten zwei Zahlungen im Jahr.

Am Ende der Saison gibt es eine dritte Zahlung, die sich nach Qualität und Endverkaufspreis des Kaffees richtet. Diese drei Zahlungen pünktlich zu leisten, ist eines der Hauptziele zur Unterstützung der Erzeuger.

Spezialitätenkaffee aus Direkthandel aus der Kaffeeregion Timor-Leste

Warum Kaffee direkt vom Kaffeebauern kaufen?

Gewaschene Kaffees werden etwa 12 Stunden lang fermentiert. Dann trocknen die Bohnen durchschnittlich 20 Tage lang. Naturkaffees benötigen etwa 30 Tage Trocknungszeit.

Potato Taste Defect (PTD) wird durch gründliches Floating der Kirschen bekämpft. Auch die umfangreiche Nasssortierung hilft. Diese Handsortierung findet unter einer Abdeckung statt. Und zwar sofort, wenn der Kaffee gerade gepulpt und noch feucht ist. Fehlerhafte Bohnen sind zu dem Zeitpunkt am besten sichtbar.

Nach der vollständigen Verarbeitung des Kaffees wird das verbleibende Fruchtfleisch in natürlichen Dünger verwandelt. Dieser wird an die örtlichen Landwirte verteilt, um deren Böden mit Nährstoffen zu versorgen.

Mehr Infos zu Spezialitätenkaffee aus Direkthandel und außergewöhnlichen Kaffeeregionen www.rawmaterial.coffee

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Fotos: Rawmaterial Coffee
Text: Verena Wagner

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