Niemand kann sich der natürlichen Schönheit und besonderen Atmosphäre dieses Landstrichs im Südwesten Floridas entziehen. Per Direktflug aus einem nasskalten Düsseldorf sind wir nach 10 Stunden kurzweiligem, sehr bequemen Flug soeben im – im Vergleich zu Miami – nicht gerade großstädtischem Fort Myers, gelandet.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHKurz nach halb sieben Uhr abends stehen wir am Pier in Fort Myers Beach. Der Himmel ist in ein Orange getaucht, dessen Farbton sich über feine Nuancen bis zum Horizont in ein kräftiges Rot verwandelt und die Sonne allmählich verschluckt.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHDie Szene ist so kitschig, dass ich plötzlich an ein Zitat des Schriftstellers John Steinbeck denken muß: „Florida ist ein goldenes Wort. Allein der Name Florida strahlt ein Gefühl von Wärme, Zwanglosigkeit und Wohlbehagen aus.“

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Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHJeder denkt bei Florida an Klischees – Sonne, Sonne, Strände, Fun und Partys –, weniger an naturbelassene Landschaften, Abenteuer in der Wildnis, Kunst und Kultur.

Aber das „andere“ Florida ist es wert, intensiv erkundet zu werden.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHFort Myers

„City of Palms“ wird Fort Myers auch genannt aufgrund seines Markenzeichens, der Königspalmen-Allee.

Als mitverantwortlich für das üppige Grün der Stadt kann Thomas Alva Edison gelten.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHMit der Auflage, dass die Stadt nach seinem Tod für deren Pflege aufkommen sollte, pflanzte er über 500 Palmen-Setzlinge entlang des Mc Gregor Boulevards. Heute säumen den Boulevard rund 2.000 Palmen, kein Wunder, dass die wohl größte Sehenswürdigkeit der Stadt (abgesehen vom Strand) die Winterresidenzen der beiden Erfinder Thomas Edison und Henry Ford sind.

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Thomas Alva Edison

Wie viele Nordstaatler Ende des 19. Jahrhunderts hatte es Edison aufgrund seines Gesundheitszustandes im Winter ins warme Klima Floridas gezogen.

1895 ließ er in Fort Myers seine Winterresidenz sowie ein Laboratorium bauen – heute das Edison Winter Home and Museum.

Seine beiden Häuser umgab Edison mit einem tropischen Garten, der seinesgleichen sucht, in dem mehr als 6.000 verschiedene Arten gedeihen.

Mit seinem Freund Henry Ford versuchte er für dessen Automobilindustrie auch Bäume mit möglichst hohem Kautschukertrag zu züchten.

Davon erzählt der Banyan Baum am Eingang des Geländes, ein Geschenk Harvey Firestone’s (dem Reifenhersteller). Mit einer Fläche von über 4.000 m² ist er heute der zweitgrößte Baum seiner Art auf der Welt (der größte ist der Mutterbaum dieses Baumes).

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHDa die Familien Edison und Ford die Häuser bis Mitte des letzten Jahrhunderts genutzt haben, sind alle Möbel in Original erhalten und nun eine Dauerleihgabe ans Museum.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHFlorida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHInteressant sind vor allem die Lampen, die extra für Edison (der ja das elektrische Licht nutzbar gemacht hat) angefertigt wurden.

Die Häuser stehen nur ein paar Schritte auseinander, und dies war kein Zufall.

Ford arbeitete einst bei Edison in der Fabrik. Sein Interesse galt jedoch dem pferdeungebundenen Antrieb. Edison erkannte Fords Talent und so wurde er Fords Mentor.

Ein nettes Detail fiel mir ins Auge: im Haus von Henry Ford steht ein Plattenspieler der Marke Edison.

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Blick in die Original-Werkstatt von Edison

Edison eignete sich das meiste Wissen im Selbststudium an, und hat im Laufe seine Lebens 1.097 Patente angemeldet.

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Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHDie Liste seiner Erfindungen reicht vom ersten variablen Kinderbett, einer Druckmaschine, einem Stromzähler bis zu technisch hochkomplizierten Geräten.

Er erfand das Kohlenkörper-Mikrofon und verbesserte damit das von Graham Bell konstruierte Telefon, das Grammophon, die Kohlefaden-Lampe, den Kinetographen (Filmaufnahme-Apparat) und das Vitaskop, einen Filmprojektor, und ermöglichte dadurch „Holywood“.

Im Museum kann man die ganze Palette der Erfindungen Edisons bewundern, u.a. die erste Schallplatte, die noch immer „Mary has a little lamb“ spielt.

Das Labor befindet sich noch immer im gleichen Zustand wie zu Edisons Tod, als sei er gerade mal kurz raus gegangen …

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHSanibel Island

„Finden Sie Ihre Lieblingsinsel und entdecken Sie lange Abschnitte mit weißen Sandstränden und unzähligen Muscheln. Werden Sie eins mit einer atemberaubend schönen Natur.“ Dies verspricht der Flyer von „The Beaches of Fort Myers & Sanibel“, und er lügt absolut nicht.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHDie beiden ungleichen Insel-Zwillinge liegen westlich von Fort Myers und man kommt über eine neugebaute Brücke auf die erste Schönheit, Sanibel. Die drei Brücken wurden Mitte 2006 komplett erneuert und nun können auch größere Schiffe darunter durchfahren.

Der Wegzoll für die Brücke ist uns jeden Cent wert, als wir am historischen Sanibel Lighthouse die ersten Barfußschritte in den schneeweißen Sand setzen.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHBald wandern auch wir über den endlosen Strand … im „Sanibel Stoop“ – dem Sanibel-Buckel. So wird nämlich die gebückte Haltung der Muschelsammler genannt, die auf der Suche nach den schönsten Exemplaren der mehr als 400 Muschelarten sind.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHDoch nur wer früh aufsteht, findet auch die perfekte Muschel: Nicht nur weil die begehrten Fundstücke viele Fans haben, sondern auch aufgrund der Strömung, die besonders im Winter über Nacht außergewöhnliche Exemplare an Land spült, oftmals auch fossile Haizähne und eine besondere Seeigelart, den Sanddollar.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHWer seine Funde genauer unter die Lupe nehmen möchte, ist im Bailey-Matthews Muschelmuseum richtig. Seltene und große Muscheln aus Südwest-Florida und dem Rest der Welt können hier bewundert werden.

Von der Bedeutung der Muschel als früheres Zahlungsmittel bis hin zu kleinen, mit Muscheln verzierten Kästchen – sogenannten „Sailors Valentines“ – dreht sich hier alles um die schönsten Urlaubsmitbringsel.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHWeiter geht es gemächlich über den Periwinkle Way, die Hauptstrasse der Insel, die sich einmal komplett durch Sanibel und Captiva windet, in Richtung Norden, vorbei an kleinen Geschäften und Restaurants.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHNach einigen Meilen findet man auf der rechten Seite ein wunderbares Naturschutzgebiet, das J.N. „Ding“ Darling National Wildlife Refuge, mit insgesamt 20 Hektar das größte naturbelassene Mangroven-Ökosystem in den Vereinigten Staaten. Es beherbergt unzählige exotische Vogel- und Pflanzenarten.

Florida: Paradiesische Zauberküste. Ein Reisebericht, foto AHAuf einem ca. sieben Kilometer langen „Wildlife Drive“(im Auto, mit Fahrrad oder zu Fuß) lassen sich viele Vogelarten, Waschbären, Schildkröten, Fische, und natürlich Alligatoren beobachten.

Morgen geht es weiter nach Captiva Island… Hier finden Sie Teil 2 unseres Reiseberichtes über Floridas Zauberküste.

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Text: ©Annemarie Heinrichsdobler
Fotos: ©The Beaches of Fort Myers and Sanibel (Bild ganz oben) /
©Annemarie Heinrichsdobler (alle anderen Bilder)

 

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