Welcher Fahrradträger für drei Fahrräder? Erst wiegen, dann kaufen… Drei Fahrräder, drei Schienen, fertig? Ganz so einfach ist die Auswahl nicht. Ein 13 kg schweres Trekkingrad stellt andere Anforderungen als ein E-Bike mit 25 kg, und drei schmale Tourenräder lassen sich leichter nebeneinander unterbringen als Mountainbikes mit breiten Reifen. Wer einen Träger für drei Fahrräder sucht, sollte deshalb zuerst die eigenen Räder prüfen und erst danach Modelle vergleichen.      

Drei Plätze sagen noch wenig

Vor dem Vergleich lohnt sich ein genauer Blick auf die eigenen Räder: Wie schwer sind sie, wie breit sind die Reifen und wie lang ist der Radstand? Bei E-Bikes sollten abnehmbare Akkus sowie Taschen und andere lose Anbauteile vor dem Transport nach Möglichkeit entfernt werden.

Für den Träger zählt jedoch nicht allein die Summe der Kilos. Hersteller geben eine maximale Gesamtzuladung und häufig zusätzlich ein zulässiges Gewicht pro Schiene an. Beide Grenzen müssen eingehalten werden. Ein Träger mit 60 kg Zuladung kann ungeeignet sein, wenn eine einzelne Schiene weniger trägt als das schwerste Rad.

45 kg reichen nicht für jede Kombination

Wie groß die Unterschiede innerhalb derselben Produktgruppe sein können, zeigen zwei Modelle aus dem Sortiment von Inter Pack. Der Inter Pack Trio ist für drei Fahrräder ausgelegt und erlaubt 45 kg Gesamtzuladung, maximal 15 kg pro Rad. Für drei klassische Touren- oder Rennräder kann das gut passen. Zwei schwere Pedelecs würden seine Grenzen dagegen schnell überschreiten.

Mehr Reserven bietet der Inter Pack Spider 3 Lite. Er transportiert ebenfalls drei Fahrräder, ist für 60 kg Gesamtzuladung ausgelegt und erlaubt laut Spezifikation bis zu 30 kg auf einer einzelnen Schiene. Entscheidend bleibt die Summe: Drei Räder mit jeweils 25 kg wären auch für diesen Träger zu schwer.

Genau solche Unterschiede sind wichtiger als die bloße Angabe „für drei Fahrräder“. Einen Überblick über verschiedene Lösungen bietet zum Beispiel Inter Pack. Vor dem Kauf lohnt es sich, die tatsächlichen Fahrradgewichte zu notieren und erst dann passende Träger herauszusuchen.

Die Stützlast wird schnell zum Nadelöhr

Bei einem Kupplungsträger kommt eine zweite Rechnung hinzu. Auch Fahrzeug und Anhängerkupplung setzen Grenzen für das zulässige Gewicht. Entscheidend ist dabei immer der niedrigste zulässige Wert innerhalb des gesamten Systems.

Der Inter Pack Trio wiegt 18 kg. Mit drei Fahrrädern zu je 15 kg kommen damit 63 kg zusammen. Bei schwereren Trägern und E-Bikes kann dieser Wert deutlich höher liegen.

Vor dem Kauf sollte deshalb in den Fahrzeugunterlagen und den Angaben zur Anhängerkupplung geprüft werden, welche Stützlast tatsächlich zulässig ist.

Der ADAC weist ebenfalls darauf hin, dass sowohl die Traglast des Trägers als auch die zulässige Stützlast eingehalten werden müssen. Wer nur auf die groß gedruckte Zuladung des Fahrradträgers schaut, prüft also lediglich einen Teil der Kombination.

Eine Reise in Dänemarks grünes Herz, foto Marco TheimerWenn Lenker und Pedale sich in die Quere kommen

Drei Fahrräder müssen nicht nur leicht genug sein, sondern auch physisch auf die Plattform passen. Beim Inter Pack Trio beträgt der Abstand zwischen den Rädern 180 mm, der maximale Radstand 1.140 mm und die Reifen dürfen bis zu 2,35 Zoll breit sein. Für viele klassische Fahrräder reicht das, bei modernen Mountainbikes oder besonders langen Rahmen können diese Maße jedoch zum entscheidenden Punkt werden.

Der Spider 3 Lite lässt mit 190 bzw. 220 mm mehr Abstand zwischen den Fahrrädern und nimmt Räder mit einem Radstand von bis zu 1.390 mm auf. Zahlen wie diese wirken im Datenblatt unscheinbar. Spätestens wenn zwei breite Lenker kollidieren oder ein Pedal gegen den Nachbarrahmen drückt, werden sie sehr konkret.

Bei drei unterschiedlichen Rädern lohnt es sich deshalb, auch deren Reihenfolge auf dem Träger zu prüfen. Technische Grenzen sollten dabei nicht mit improvisierten Befestigungen oder zusätzlichen Gurten „korrigiert“ werden.

Nach 600 km zählt etwas anderes

Auf einer Urlaubsfahrt möchte man an der Raststätte vielleicht noch an den Kofferraum, am Ziel die Plattform abnehmen und sie nach der Saison möglichst unkompliziert verstauen. Kipp- und Faltmechanismen sind deshalb mehr als Komfortdetails.

Sowohl Trio als auch Spider 3 Lite lassen sich mit montierten Fahrrädern abkippen. Beim Spider 3 Lite ist die Konstruktion zusätzlich faltbar. Ob sich die Heckklappe am eigenen Fahrzeug tatsächlich vollständig öffnen lässt, sollte trotzdem geprüft werden, denn Fahrzeugform und Trägergeometrie spielen ebenfalls eine Rolle.

Vor längeren Strecken empfiehlt der ADAC außerdem, lose Anbauteile wie Taschen oder Pumpen abzunehmen und die Befestigung nach den Vorgaben des Herstellers zu kontrollieren.

Der passende Träger für drei Fahrräder lässt sich damit kaum allein über Preis oder Zahl der Stellplätze bestimmen. Wer zuerst wiegt, misst und die zulässigen Werte des eigenen Fahrzeugs prüft, verkleinert die Auswahl meist sehr schnell. Erst danach lohnt sich der Vergleich von Bedienung, Faltmechanismus und Komfortfunktionen.

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Sicher in die Fahrradsaison starten, foto Colourbox

 

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