Seine Ferien in den Alpen weitgehend ohne Auto zu verbringen, das ist einer der Grundgedanken von Alpine Pearls. In dem Netzwerk und der gleichnamigen Dachmarke haben sich 13 Orte in drei Ländern zusammengeschlossen. Sanfte Tourismus-Angebote gibt es z. B. in Mallnitz in Kärnten oder Bled in Slowenien.

Respekt im Umgang mit natürlichen Ressourcen und Traditionen sind Elemente von Alpine Pearls. Ein Besuch in einer der „Perlen der Alpen“ bedeutet, sanft zu reisen, zukunftsfähige Mobilitätslösungen zu erleben und dabei selten Gewordenes neu zu entdecken: Natur, Natürlichkeit und regionale kulinarische Genüsse.

Entschleunigen statt beschleunigen: Sanft mobil in den Alpen, foto Theimer, Alle Mitgliedsorte bekennen sich zu den Grundsätzen eines nachhaltigen Handelns und sind für Reisende mit der Bahn, Bus oder Shuttle zum Hotel erreichbar. Und wer doch mit dem eigenen Auto anreisen muss, kann am Urlaubsort getrost darauf verzichten.

Entschleunigen statt beschleunigen: Sanft mobil in den Alpen, foto NPHT-Gruber
Mit etwas Geduld sieht man auch Bartgeier.

Bartgeier in Kärnten

Wer die Bartgeier im Seebachtal beobachten möchte, leiht sich in Mallnitz eines der 23 vorhandenen E-Bikes aus und radelt – mit oder ohne Unterstützung – vom OeAV-„Bergsteigerdorf“ aus zum wenige Kilometer entfernten Stappitzer See und folgt den rechts und links an den Berghängen zu Tal stürzenden Wasserfällen bis zur Schwußner Hütte.

Die größten Vögel der Alpen mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,85 m wurden hier erstmals wieder erfolgreich angesiedelt und sind nur eine der Attraktionen, welche die „Perle des Nationalparks Hohe Tauern“ zu bieten hat.

„Aber man muss schon ein wenig Glück haben, um sie zu Gesicht zu bekommen“, sagt der Ranger Erwin, der Gäste gerne auf ihrer Erkundungstour begleitet.

Die Nationalpark-Gemeinde Mallnitz (1.200 m über NN) erreicht man – direkt auch per Eurocity aus dem Ruhrgebiet – über den über 100 Jahre alten Bahnhof, die höchstgelegene Station der Tauernbahn, öffentliche Verkehrsmittel oder einen der Transfer-Shuttles, der Gäste der 20 Alpine Pearls-Beherbergungsbetriebe kostenlos vom Bahnhof abholt.

Natur pur in Slowenien

Eine der slowenischen „Perlen“ heißt Bled und galt schon unter österreichischer Herrschaft im 19. Jahrhundert als beliebtes Urlaubsziel für gekrönte Häupter und Kurgäste.

Entschleunigen statt beschleunigen: Sanft mobil in den Alpen, foto TheimerKein Wunder also, dass auch Jugoslawiens Ex-Präsident Tito 1947 seine Sommerresidenz „Vila Bled“ oberhalb des azurblauen Sees errichten ließ, um den wahrlich idyllischen Blick auf den See, die Insel, die Burg und das Panorama der Karawanken zu genießen. Seit 1984 ist diese ein Luxushotel mit erlesener Küche und Wellness-Bereich und gilt wegen der original erhaltenen 21 Suiten für „speziell“ Interessierte als Insider-Tipp.

Auch das 500 m hohe Bled ist mühelos per Bahn zu erreichen. Slowenien ist als Urlaubsland noch eher wenig bekannt. Dabei hat es allerhand zu bieten: jede Menge Natur, Kultur und eine hervorragende Küche.

Sanfte Mobilität bedeutet in Bled den See z. B. mit einer der 23 traditionellen Pletnas zu erkunden, jenen überdachten Holzbooten, die vom Pletnar gondolierenartig mit zwei Rudern am Heck gesteuert werden.

Entschleunigen statt beschleunigen: Sanft mobil in den Alpen, foto Peter AngermannRund um den See gibt es viele Anlegestellen. Von dort aus gelangt man auch zur Insel mit der Kirche Maria Himmelfahrt, die über 99 Stufen zu erreichen ist. Wer möchte, kann dort eine frei stehende Glocke läuten, die der Legende nach Wünsche erfüllt.

Auf der Burg oberhalb des Sees, die in diesem Jahr 1.000 Jahre alt wird, locken ein Restaurant, ein Museum sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen.

Von Bled aus gelangt man per Regionalzug zur Gemeinde Bohinj im 858 m² großem Triglav-Nationalpark im Zentrum der Julischen Alpen. Imposant ist dort der Blick auf den 2.864 m hohen Triglav.

Entschleunigen statt beschleunigen: Sanft mobil in den Alpen, foto Peter AngermannEbenso wie in Bled gibt es auch hier einen Gletschersee auf dem keine Motorboote fahren dürfen. Alternativ dazu schippert man per Elektroboot zum gegenüberliegenden Ufer des Sees nach Usanc, um von dort aus per Gondel auf den Berg „Vogel“ zu gelangen, von dem aus bei schönem Wetter ein herrliches Bergpanorama winkt. Und auch eine mittägliche Jause in der Hütte „Merjasec“ verspricht regionale Genüsse.

 

Text: Marco Theimer, Redaktion G&R
Fotos (von oben): ©Marco Theimer (2Bilder), ©NPHT-Gruber, ©Marco Theimer, ©Peter Angermann (2 Bilder) 

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