Es gibt viele Wege, um eine Region kennen zu lernen. Denn nahezu überall gibt es gut ausgebaute Strecken. Herrliche Natur, idyllische Orte, geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten und ein breites Freizeitangebot lassen Radwanderer auf ihre Kosten kommen. Die Reiseform an sich ist ein Abenteuer. Jeder Kilometer hat seine Geschichte und wirkt in den Waden nach, macht hungrig oder neugierig und zeigt die Vielfalt der Landschaft. 

Einer der beliebtesten Radfernwege ist der Elberadweg. Er liegt mit deutlichem Abstand vor Weser-Radweg und Ruhrtal-Radweg, die sich Platz 2 teilen. Das ergab die Radreiseanalyse des ADFC. Demnach stieg der Rheinradweg um drei Ränge auf Platz 3.

Die schönsten Radwege, foto TMBW_DuepperAuf Rang 4 lagen Donauradweg und Ostseeküsten-Radweg, gefolgt vom Main-Radweg. In den Top 10 sind auch Altmühltal-Radweg und Oder-Neiße-Radweg zu finden. Der Spree-Radweg, der Froschradweg und die Sächsische Städtetour führen auf 620 km durch die Oberlausitz. 

Abwechslungsreich präsentiert sich auch das Vogtland: Vier Länder auf einen Streich durchradelt man auf dem Elster-Radweg über rund 250 km.

Der Musikantenradweg mit einem stilisierten Gitar­rensteg als Symbol hingegen führt durch die über 300 Jahre alte Musikinstrumentenbauregion im Vogtland. Nahe der Grenze zu Böhmen, Bayern und Thüringen verbindet die thematische Radwanderroute auf 115 km die Schönheiten der Mittelgebirgslandschaft mit Werkstätten, Ausstellungen und Museen.

Von einfach bis schwierig erobern sich vor allem Mountainbiker im Erzgebirge das Reich vom legendären Stülpner Karl, dem Robin Hood des Erzgebirges. 

Der Radweg-Klassiker Elberradweg

Eine hohe Dichte an kulturellen Höhepunkten wie die Barockstadt Dresden, Meißen oder die Hundertwasser-Metropole Magdeburg ermöglicht jede Menge Erlebnisse links und rechts dieses rund 1.270 km langen Weges, der so zu den reizvollsten und abwechslungsreichsten Radrouten Europas gehört.

Die schönsten Radwege, foto ElberadwegEr beginnt im tschechischen Na­tionalpark Riesengebirge und führt bis zur Mündung der Elbe in die Nordsee. Der südliche Teil dieser Route beginnt mit einer echten Natur­attraktion: dem Elbsandsteingebirge. Die Radler begleiten die Elbe durch die grandiose Felsenwelt der Nationalparkregion Sächsische Schweiz.

Die schönsten Radwege DeutschlandsDie schönsten Radwege DeutschlandsUnmittelbar danach folgt mit Dresden ein weiterer Höhepunkt. Der Elberadweg verläuft hier entlang der Sächsischen Weinstraße durch das kleinste und nordöstlichste Weinbaugebiet der Republik.

Später lädt die einstige kurfürstlich-sächsische Residenz Torgau zum Verweilen ein. Es folgt die Begegnung mit drei Stätten des Weltkulturerbes: dem Gartenreich Dessau-Wörlitz der Bauhausstadt Dessau und der Lutherstadt Wittenberg.

Kurz hinter der Grenze zu Sachsen-Anhalt beginnt das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, das sich 400 km entlang der Elbe bis nach Lauenburg in Niedersachen erstreckt.

Historisch zeigt sich die Altmark mit hunderten romanischen und gotischen Kirchen. Die Elbtalauen bieten im Sommer immer wieder Begegnungen mit Störchen.

Die schönsten Radwege DeutschlandsDie schönsten Radwege DeutschlandsAuch im Norden setzt sich der anregende Mix aus faszinierender Natur und Kultur fort. Malerische Orte wie Hitzacker, Boizenburg oder Lauen­burg präsentieren stolz mit Häfen, Speichern und Schifferhäusern ihre lange Verbundenheit mit der Schifffahrt.

Dann lockt Hamburg. Westlich der Stadt liegt Deutschlands größtes zusammenhängendes Obstanbaugebiet. Die Elbe wird immer breiter. Vorübergleitende Ozeanriesen kündigen das nahe Meer an.

An der Elbemündung mit dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer endet die Magistrale, die durch sieben Bundesländer führt und sich aufgrund des äußerst geringen Gefälles flussauf- wie -abwärts befahren lässt.

Weitere Tipps rund ums Fahrrad finden Sie hier.

 

Text: Dr. Michael Polster
Fotos: ©TMBW Düpper (2 Bilder) / ©Elberadweg / ©Calado–Fotolia.com / ©Dresden Tourismus / ©fotolia_143930466 wkbilder_Elbe

 

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