Ein Wochenende in Athen reicht aus, um die Akropolis und die Überreste der antiken Tempel von Eleusis zu besichtigen. Natürlich bietet die griechische Metropole und Millionenstadt zahlreiche Möglichkeiten mehr die Antike zu entdecken. Mit unzähligen spannenden Museen zur griechischen Kultur und Tempeln über Tempeln sind Antike-Fans hier in ihrem Mekka angekommen.

Doch diesmal hatten wir nur ein Wochenende. Wir entschieden uns für die Akropolis und es war kein Problem, das Ticket vor Ort zu kaufen. Der Einlass findet immer zur vollen Stunde statt. Bereits eine Viertelstunde vorher bildete sich eine Schlange vor dem Eingang. Innerhalb kürzester Zeit waren wir drinnen. Das ist wirklich gut organisiert.

Natürlich sind hier ganzjährig viele Menschen zu erwarten. Der Besuch lohnt sich aber meiner Meinung nach wirklich. Es gibt zahlreiche Guides in deutscher Sprache, die Spannendes zu erzählen wissen. Ansonsten sind Tafeln in englischer Sprache zu den einzelnen Tempeln, Theatern und Anlagen angebracht.

Ein persönliches Highlight war für mich der Parthenon-Tempel auf der Spitze der Akropolis. Von hier aus bietet sich auch ein faszinierender Blick über die Stadt Athen, die sich ringsherum erstreckt. Die Sicht reicht bis zum Meer.

Auch von außerhalb des weitläufigen Ausgrabungsgeländes um die Akropolis hat man einen tollen Blick auf Athen, wenn man auf einen Hügel klettert, der wie eine Ansammlung an Felsen und Gesteinsbrocken wirkt. Aber Achtung: Der Stein ist glatt und rutschig. Trotz einiger Geländer sollte man für den Besuch der Akropolis und vor allem dieses Aussichtsplatzes Turnschuhe einplanen.

Von dem Felsen aus, auf dem nicht nur Touristen sondern auch Einheimische sitzen und rasten, erblickt man den antiken Marktplatz Agora. Es gibt wahrlich jede Menge zu entdecken.

Ein Bummel durch Athen am Abend

Athen ist eine wunderschöne Stadt zum Bummeln und Flanieren, zum Einkaufen und Shoppen. Es gibt unzählige Restaurants und Cafés, die einen einladenden Eindruck machen. Wir lassen uns treiben und wandern den ausgeschilderten Weg, stets hinab, Richtung Zentrum von Athen, vorbei an zahlreichen weiteren Tempeln. Das alles sieht bei Sonnenuntergang und in der anbrechenden Dunkelheit wunderschön aus.

Athen verfügt übrigens auch über ein großes U-Bahn-Netz. Aber Achtung: Das normale Ticket gilt nur im Stadtzentrum. Wer etwa mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen fährt, muss ein teuereres Ticket lösen. Zum Flughafen fährt die Metro und ein Express-Bus. Doch da sehr oft Stau auf den Straßen herrscht, erscheint die U-Bahn auf jeden Fall die sicherere Wahl.

Im Zentrum von Athen warten zahlreiche Souvenirläden. Es gibt lange Einkaufsstraßen mit internationalen Labels, aber auch spannenden griechischen Designern und Läden.

Auf Plätzen und in den Straßen ist abends viel los. Es gibt Konzerte und Straßenmusik. Zahlreiche byzantinische Kirchen gibt es ebenfalls in der historischen Altstadt.

Kreuzkuppelkirchen sind typisch im orthodoxen Kirchenbau seit dem 9. Jahrhundert. Die Mischung aus Antike und Religiosität, urbaner Weltstadt und Altertum macht den besonderen Reiz der griechischen Hauptstadt aus.

Auf jeden Fall kommen wir zurück, um mehr zu entdecken. Doch diesmal sind wir auf den Spuren der Antike hierher gekommen. Deshalb entscheiden wir uns für den zweiten Tagesausflug für die Ausgrabungen von Eleusis. Auch diese Tempelanlagen weltberühmt und tiefspirituell.

Schon Schiller und Goethe besangen die eleusinischen Mysterien, Nietzsche und viele andere schrieben über die bis heute geheimnisvollen Kulthandlungen, der sich jährlich Tausende von Mysten im alten Griechenland und im Römischen Reich, darunter Imperatoren und Herrscher, unterzogen. Erst die Christianisierung machte den uralten Bräuchen den Garaus.

Das Heiligtum von Eleusis im gleichnamigen Vorort von Athen

Das Heiligtum von Eleusis geriet bis heute in Vergessenheit. Nicht jedoch in Griechenland, bei unserer Ankunf in dem gleichnamigen Vorort Athens an der Küste mit dem Taxi begegnen wir als erstes ein paar Schulklassen, deren Lehrerin ihnen alles genauestens erklärt.

Eleusis war eine gigantische Tempelanlage. Hier praktizierten die Gläubigen die eleusinischen Mysterien.

Das Taxi in den Vorort kostet ca. 35-38 Euro für etwa 40 Minuten Fahrzeit. Die Busverbindung hierher war uns mit dreimaligem Umsteigen zu kompliziert. Gedauert hätte die öffentliche Anreise etwa 1,5 Stunden.

Die Anlage verfügt über ein Museum, in dem der eleusinische Mysterienkult ziemlich gut erklärt wird. Die Tafeln, die sich dort und auch in der weitläufigen Anlage befinden, sind auf griechisch und auf englisch verfasst.

Die Spuren von riesigen Torflügeln des Eingangsportals zum Prozessionsweg zum Haupttempel von Eleusis

Im Gegensatz zur Akropolis sind wir bis auf die Schulklassen am Morgen fast allein hier. Genügend Zeit also, um sich alles genau vorzustellen. Bemerkenswert finde ich die Opfergaben, die wir an verschiedenen Plätzen der Anlage finden.

In einem Brunnen liegen frische Granatäpfel, wie sie Persephone, die Tochter Demeters, die beide im Zentrum der eleusinischen Mysterien stehen, im Hades, der Unterwelt verspeist hat. Der Granatapfel ist zudem ein globales Symbol für Fruchtbarkeit. In einem Olivenbaum, der am Haupttempel wächst, hängen weiße Gipsanhänger.

Zum Abschluss finden wir in dem Vorort Eleusis direkt am Meer, hier sehr industrielle Hafenanlagen, ein exzellentes Fischrestaurant mit ausgezeichnetem Preis-Leistungsverhältnis für fangfrischen Fisch. Im Museumsshop bei den überaus freundlichen Mitarbeitern erfragen.

 

Text und Fotos: ©Verena Wagner

 

 

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