Lieblingsgerichte wie ein Apfelstrudel glutenfrei backen, ist nicht nur möglich. Mit den richtigen Rezepten kommen Genuss und Vielfalt auch bei Zöliakie nicht zu kurz. Diese Autoimmunkrankheit ist nicht zu verwechseln mit Gluten-Unverträglichkeit, die viele Menschen mittlerweile bemerken. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über Zöliakie.
Apfelstrudel glutenfrei backen
Glutenfreie Lebensmittel sind grundsätzlich erheblich teuer als herkömmliche. Gerade für Familien mit schmalem Budget und mehreren Betroffenen ist das eine riesige Herausforderung. Für Betroffene in Deutschland gibt es, anders als in vielen anderen europäischen Ländern, keinerlei finanziellen Ausgleich. (Abgesehen von einem geringen steuerlichen Freibetrag, wenn ein Behinderungsgrad – GdB – attestiert wurde. Diesen GdB lehnen aber vor allem viele junge Zöliakiepatienten ab, weil sie davon im weiteren Verlauf des Berufslebens Nachteile befürchten).
Deshalb ist Selber kochen und glutenfrei backen eine Idee, die helfen kann. Selbst Klassiker lassen sich, wie diesen Apfelstrudel glutenfrei backen. Glutenfrei backen ist mit geeigneten Rezepten und Zutaten kein Ding der Unmöglichkeit. Das Rezept für den glutenfreien Apfelstrudel stammt vom Familienhotel Rainer aus Sexten in Südtirol.
„In Italien ist Zöliakie seit vielen Jahren stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert. Das merkt man nicht nur in Hotels, sondern auch in Restaurants und in der Gemeinschaftsverpflegung. Glutenfreie Mahlzeiten werden oft als normaler Teil des Angebots gesehen und nicht als Ausnahme“, bestätigt Hoteldirektorin Verena Rainer.
Wie äußert sich die Autoimmunerkrankung Zöliakie?
- Zöliakie ist eine ernsthafte Autoimmunerkrankung. Man geht von 800.00 bis 900.000 Betroffenen in Deutschland aus (jede/r 100.) Fakt ist, dass die Zahl der diagnostizierten Fälle seit Jahren steigt – gerade auch bei Kindern im Grundschulalter. Als Gründe werden eine bessere Diagnostik, aber auch Umwelteinflüsse und unsere Essgewohnheiten (stark industriell behandelte Lebensmittel) angenommen.
- Zöliakie greift den Dünndarm an. Nährstoffe können von Betroffenen nicht mehr in ausreichendem Maß aufgenommen werden. Eine unerkannte Zöliakie führt häufig zu schweren und leider auch lebensverkürzenden Folge- bzw. Begleiterkrankungen.
- Verursacht werden die Beschwerden durch das Eiweiß Gluten, das u.a. in vielen Getreidesorten enthalten ist. Eine lebenslang radikal glutenfreie Ernährung ist für Zöliakiepatienten ein absolutes Muss. Schon die Aufnahme allergeringster Spuren von Gluten können schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben. Es gibt keinerlei Medikamente.
- Die Symptome einer Zöliakie sind extrem vielfältig, sie gilt daher als „Chamäleon der Medizin“. Klassische Symptome sind Bauchschmerzen, anhaltende Durchfälle, Erbrechen. Es können aber auch Müdigkeit, Schlaflosigkeit oder Depression Anhaltspunkte für eine Zöliakie sein. Bei Kindern treten oft Wachstumsstörungen und Zahnschmelzdefekte auf.
- Das Dunkelfeld bei Zöliakie gilt als riesengroß. Eine aktuelle Studie aus Skandinavien geht davon aus, dass 75 Prozent der Betroffenen in Europa ohne Diagnose leben – angesichts der häufig dramatischen Folgeerkrankungen eine medizinische Zeitbombe! Bei vielen Allgemeinärzten ist das Thema nicht präsent.
Fakten zur Deutschen Zöliakie-Gesellschaft
Gegründet wurde die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) 1974 als Selbsthilfegruppe von Eltern zöliakiebetroffener Kinder. Heute zählt sie bundesweit 42.000 Mitglieder. Bundesweit sind die Mitglieder in etwa 180 Regionalgruppen organisiert.
Geführt wird die DZG seit 2022 von einem hauptamtlichen Vorstand. In der Geschäftsstelle in Stuttgart sind etwa 25 hauptamtliche Mitarbeiter in den Bereichen Wissenschaft, Ernährung, Kaufmännisches, Öffentlichkeitsarbeit tätig.
Leistungen für Mitglieder sind allgemeine und individuelle ärztliche Telefonberatungen; Seminare zu unterschiedlichen Ernährungsthemen; glutenfreie Back-und Kochkurse; glutenfreie Freizeiten für unterschiedliche Altersgruppen von Kindern bis zu Senioren; vierteljährlich erscheinendes Mitgliedermagazin.
Rezept „Apfelstrudel glutenfrei backen“ und Foto : Familienhotel Rainer
Text: Deutsche Zöliakie-Gesellschaft

Glutenfreier Apfelstrudel
Zutaten
- 200 g glutenfreie Mehlmischung
- 1 Ei
- 1 EL Öl
- 1 Prise Salz
- 120 ml lauwarmes Wasser (ungefähre Menge)
- 4-5 Apfel (je nach Größe)
- 50 g Zucker 1 TL Zimt
- Saft von ½ Zitrone
- 40 g Rosinen optional
- 30 g Butter geschmolzen
Zubereitung
- Alle Zutaten zu einem glatten Teig kneten. Kugel formen, mit Öl bestreichen.
- Abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen.
- Äpfel schälen, in dünne Scheiben schneiden.
- Mit Zitronensaft, Zucker, Zimt und Rosinen mischen.
- Auf einem bemehlten Tuch den Teig vorsichtig und so dünn wie möglich rechteckig ausrollen.
- Die Apfelfüllung darauf verteilen. Mit Butter beträufeln.
- Seitliche Ränder einschlagen, mithilfe des Tuchs einrollen.
- Bei 180°C Ober-/Unterhitze ca. 35–40 Minuten goldbraun backen.
- Nach Belieben mit Puderzucker und frischen Beeren garnieren.


































